Aufenthaltserlaubnis für Keiko

9. September 2002, 12:17
posten

Killerwal aus "Free Willy" darf in Norwegen bleiben - Betreuer in Sorge, Keiko jagt keine Fische

Oslo - Der Filmwal Keiko darf unbefristet vor der norwegischen Küste bleiben und wird auf keinen Fall eingeschläfert. Wie die Zeitung "Dagbladet" am Sonntag berichtete, sind die Betreuer des weltberühmten Schwertwals aus dem Film "Free Willy" jedoch trotz der "Aufenthaltserlaubnis" für das aus Island herübergeschwommene Tier in großer Sorge. In dem Fjord an der norwegischen Westküste bewegt sich Keiko kaum noch.

"Vielleicht ist er auch nur gestresst. Aber jedenfalls liegt er einfach still und jagt keine Fische", berichtete Keikos hauptamtlicher Betreuer Colin Baird.

Lachse bedroht

Zu Beginn des Wochenendes hatten die Bezirksbehörden in Halsa gemeinsam mit der Fischereiaufsicht und den Betreuern des Wals entschieden, dass Keiko weiterhin frei im Fjord herumschwimmen kann. Der in den vergangenen Wochen enge Kontakt mit Schaulustigen und auch badenden Kindern wurde aber komplett unterbunden. "Der Wal kann hier bleiben. Aber eben nur wenn er will", erklärte Betreuer Fernando Ugarte. Da der Killerwal auch die Lachse in nahe gelegenen Zuchtanlagen bedrohte, forderten mehrere Wissenschafter und Fischereivertreter, Keiko entweder einzuschläfern oder zu erschießen.

Der 25 bis 26 Jahre alte Orca war im August von Island nach Norwegen geschwommen, nachdem ihn dort Betreuer drei Jahre auf ein freies Leben im Ozean vorbereitet hatten. Da Keiko in Norwegen aber sofort wieder Kontakt zu Menschen suchte, hielten hier ansässige Walexperten das Tier für nicht überlebensfähig.

Unteren anderem die französische Schauspielerin Brigitte Bardot schrieb daraufhin an Prinzessin Mette-Marit, sie möge sich für das Leben des Wales einsetzen. Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace hatten das extrem aufwendige Projekt zur erneuten Auswilderung eines fast das ganze Leben an Gefangenschaft gewöhnten Tieres als unseriös kritisiert. Keiko war unter anderem mit einem Sonderflug von den USA nach Island gebracht worden und hatte zeitweise mehr als 20 hauptamtliche Betreuer. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.