"Bodenschutz ist vorsorgender Hochwasserschutz"

9. September 2002, 11:58
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Boden-Bündnis: Intaktes Erdreich kann auch Kohlendioxid, Lachgas und Methan speichern

Osnabrück - Eine der Hauptursachen für die verheerenden Fluten in Europa und deren Folgen liegen im jahrzehntelangen rücksichtslosen Umgang mit dem Erdreich, erklärte das Boden-Bündnis europäischer Städte, Kreise und Gemeinden (European Land and Soil Alliance ELSA e.V.) am Montag in einer Aussendung. "Bei jedem dieser Ereignisse ist der Boden in doppelter Hinsicht betroffen," so Detlef Gerdts, der Vorstandsvorsitzende der Vereinigung.

Durch die Versiegelung der Flächen wird das Abflussproblem immer gravierender, hieß es. Zugleich schwemmen die sintflutartigen Regenfälle tausende Tonnen kostbarsten Bodens zusammen mit Nährstoffen in die Flüsse und ins Meer. Die wertvollen oberen Bodenschichten fehlen dann auf den Äckern, erklärte Gerdts.

Vorbeugen

Die Oderflut vor drei Jahren wurde als Jahrhundertflut bezeichnet, die Elbeflut schon als Jahrtausendflut. Das Europäische Boden-Bündnis forderte die Kommunen als Träger der örtlichen Raumplanung auf, durch konsequenten Bodenschutz Hochwasserkatastrophen vorzubeugen. Dazu sei die Wiederherstellung der Hochwasserrückhalteräume ebenso nötig wie etwa Erhalt und Ausbau der vorhandenen Flussauen. Auch die Förderung von Maßnahmen, die den Oberflächenabfluss reduzieren wie Dachbegrünungen seien wichtig, um den Wasserspeicher "Boden" wieder zu beleben.

Intakte, humusreiche Böden nehmen nicht nur große Mengen Wasser auf, sie können auch bedeutende Mengen von Kohlendioxid, Lachgas und Methan speichern und abbauen, sagte Gerdts. "Bodenschutz hat somit nicht nur viel mit Hochwasserschutz zu tun, Bodenschutz ist im globalen Maßstab gesehen auch Klimaschutz." (APA)

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