Talsohle der Werbeschwäche in einigen Ländern erreicht

9. September 2002, 11:24
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Sagt RTL Group - In Großbritannien und den Niederlanden steigen Werbeeinnahmen bereits wieder - In Deutschland Erholung 2003

Der führende europäische Fernsehkonzern RTL Group sieht bei der Schwäche der Werbemärkte die Talsohle in einigen Ländern erreicht, rechnet in Deutschland aber erst im nächsten Jahr mit ersten Anzeichen für eine Erholung. In Großbritannien und den Niederlanden stiegen die Werbeeinnahmen schon wieder, sagte RTL-Chef Didier Bellens am Montag.

Der deutsche Werbemarkt, der im ersten Halbjahr 2002 mehr als sieben Prozent schrumpfte, werde wohl erst im nächsten Jahr nachziehen. "Es ist noch zu früh, von einer Trendwende zu sprechen", sagte Bellens. Er rechne 2003 mit einem noch stagnierenden Werbemarkt in Europa.

Zukäufe

Ihre Marktposition will die zum Bertelsmann-Konzern gehörende RTL Group durch weitere Zukäufe ausbauen. "In den großen europäischen Märkten wollen wir weiter in den Ausbau des TV- und Radiogeschäfts investieren", sagte Bellens. An dem britischen PayTV-Sender ITV sei RTL aber nicht interessiert. Mitte August hatte die RTL Group, die in Europa 24 TV-Sender und 18 Radiostationen betreibt, den Erwerb von 47,3 Prozent am Nachrichtensender "n-tv" und diverser Radiobeteiligungen vom Stuttgarter Holtzbrinck-Verlag angekündigt.

RTL Group hatte bereits in der vergangenen Woche Kernzahlen für das erste Halbjahr 2002 veröffentlicht und einen Einbruch beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITA) von 23 Prozent auf 181 Millionen Euro bekannt gegeben. Der Umsatz kletterte dabei um 5,1 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro, auf vergleichbarer Basis (bereinigt unter anderem um die erstmalige Konsolidierung von Phoenix Productions) noch um zwei Prozent. "Der Umsatz wird auch im Gesamtjahr steigen", sagte Bellens, ohne aber eine konkrete Wachstumsprognose zu geben. Der bereinigte Umsatz würde dabei "nicht notwendigerweise" zulegen.

Das TV-Geschäft in Deutschland, mit dem RTL knapp 40 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet, verbuchte im ersten Halbjahr einen Rückgang beim EBITA um knapp 37 Prozent auf 103 Millionen Euro. (APA/Reuters)

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