Comroad verliert wegen Bilanzfälschung Börsenzulassung

9. September 2002, 11:19
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Firma habe sich Zulassung mit falschem Jahresabschluss erschlichen

Frankfurt - Die Frankfurter Börse hat der wegen Bilanzmanipulationen in die Schlagzeilen geratenen Comroad AG die Börsenzulassung entzogen. Comroad habe sich bei seinem Gang 1999 an den Neuen Markt seine Zulassung mit einem falschen Jahresabschluss erschlichen, sagte ein Sprecher der Deutschen Börse am Montag in Frankfurt. Letzter Handelstag am Geregelten Markt werde für die Comroad-Aktie der 20. September sein. Der Telematik-Dienstleister kündigte an, Widerspruch gegen den Bescheid einzulegen.

Die Bilanzen des einst im Auswahlindex Nemax50 des Neuen Marktes gelisteten Unternehmens der Jahre 1998 bis 2001 hatten sich im Zuge einer Sonderprüfung als falsch herausgestellt. Die Wirtschaftsprüfer des Telematik-Dienstleisters, die heftig in die Kritik geratene KPM, hatte im April ihren Bestätigungsvermerk für die Abschlüsse zurückgezogen, weil bis zu 98 Prozent der Umsätze nur vorgetäuscht waren. Die Staatsanwaltschaft München hat gegen den früheren Firmenchef Bodo Schnabel wegen Bilanzfälschung Anklage erhoben.

Nach Bekanntwerden der Bilanzvorwürfe war Comroad auf Betreiben der Deutschen Börse an den Geregelten Markt gewechselt. Die Aktie tendierte am Montag unverändert beim Vortagesschluss von 14 Cent.(APA/Reuters)

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