"Wenig Neues aus Berlin"

9. September 2002, 11:10
posten

"La Stampa" zum TV-Duell: Schröder hat überzeugt

Rom - Internationale Pressestimmen zum Rededuell zwischen dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem Herausforderer Edmund Stoiber vom Sonntagabend:

  • "La Stampa" (Turin)

    "Alle Blicke waren auf Gerhard Schröder gerichtet: Ist er in der Lage, dem Bayern Stoiber standzuhalten oder wird er erneut den Eindruck wie beim ersten Rededuell machen, als er zu sehr in die Defensive ging und nicht richtig lebhaft wurde? Aber der Kanzler im Amt ist dem mit seinem Auftritt ganz klar entgegengetreten. In jeder Phase des Duells schien er in die Richtung der Fernsehkameras zu sagen: "Ich bin hier, ich bin zurück".

    Das entspannte Klima, das die beiden Moderatorinnen geschaffen hatten, lieferte den Hintergrund für ein spannendes Duell, das aber vielleicht doch nicht entscheidend genug war, jenes Drittel der noch immer unentschlossenen Wähler zu überzeugen."

  • "La Repubblica" (Rom):

    "Das zweite Rededuell hinterlässt in Deutschland einen anderen Eindruck als das erste und es hinterlässt damit ein anderes Land: Diesmal hat Gerhard Schröder gewonnen. Auch nach den ersten Reaktionen hat er auf ganzer Linie gesiegt. (...) Wirtschaft, Beschäftigung und Irak waren die Hauptthemen des Abends. Einmalig in Europa allerdings ist: Ausländer und Einwanderung waren keine Themen der Auseinandersetzung. Bravour und rigorose Unparteilichkeit der beiden Moderatorinnen und Stars des öffentlichen Fernsehens in Deutschland haben die beiden Politikerpersönlichkeiten deutlicher hervortreten lassen."

  • Zürcher "Tages-Anzeiger" (Zürich):

    "Leichter Punktvorsprung für Schröder also. Doch die Debatten bedeuteten für den Bundeskanzler dennoch ein Handicap, mit dem er nicht ganz fertig werden konnte. Sie stellten den aktuellen Champion und den Herausforderer auf gleiche Augenhöhe nebeneinander. Dies bringt aber dem "Titelverteidiger" letztlich wohl nur dann etwas, wenn er in unangreifbarer Stärke vor sich hinlächeln könnte. Aber so ganz ohne Angriffsflächen ist Gerhard Schröder eben in diesem Wahlkampf nicht."(APA/dpa)

Share if you care.