Mindestens neun Tote bei Überfällen in Kaschmir

9. September 2002, 12:42
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Islamische Extremisten drangen in Häuser von Hindus ein

Jammu - Der Wahlkampf im indischen Teil Kaschmirs ist von neuer tödlicher Gewalt überschattet worden. Bei Überfällen mutmaßlicher islamischer Extremisten wurden mindestens neun Menschen getötet. Polizeiangaben zufolge drangen am Sonntagabend Angreifer in zwei Häuser von Hindus in dem Dorf Doodasan Pain ein und schossen um sich. Dabei seien zwei Frauen und drei Männer getötet worden. Ein weiteres Familienmitglied sei schwer verletzt worden. Bei einem weiteren Überfall auf eine Polizeipatrouille wurden am Montag drei Polizisten und ein Angreifer getötet, wie die Behörden berichteten.

Im Unionsstaat Jammu-Kaschmir finden in diesem Monat Kommunalwahlen statt. Nach Regierungsangaben wurden seit Ankündigung der Wahlen rund 50 politische Aktivisten von mutmaßlichen Rebellen getötet. Die Separatisten versuchten, Wähler und Kandidaten unter Druck zu setzen. Mehr als 30.000 Sicherheitskräfte sollen weitere Gewalt an den Abstimmungstagen am 16. und 24. September sowie am 1. und 8. Oktober verhindern. Die Rebellengruppen kämpfen seit zwölf Jahren für die Unabhängigkeit Kaschmirs oder einen Anschluss an Pakistan. Die Gefechte kosteten bislang etwa 60.000 Menschen das Leben.(APA/AP)

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