US-Vize Cheney erneuert Vorwürfe gegen den Irak

9. September 2002, 11:50
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Saddam Hussein bemühe sich aktiv um die Entwicklung von atomaren und biologischen Waffen

Washington - US-Vizepräsident Dick Cheney hat die Vorwürfe seines Landes gegen den Irak bekräftigt. Der Irak bemühe sich aktiv um die Entwicklung von atomaren und biologischen Waffen, sagte Cheney am Sonntag dem US-Fernsehsender NBC. Der irakische Staatschef Saddam Hussein verfüge über das technische Wissen für eine Atomwaffe, sagte Cheney unter Hinweis auf Erkenntnisse von US-Geheimdiensten.

Saddam habe versucht, Aluminiumröhren zu beschaffen, die für die Anreicherung von Uran zum Bau einer Atomwaffe notwendig seien. Solche Röhren seien abgefangen worden. "Wir haben einen Teil des Bildes, und dieser Teil sagt uns, dass er sich Atomwaffen beschaffen will", sagte Cheney weiter. Es sei jedoch nicht klar, ob der Irak schon über eine solche Waffe verfüge. Einen möglichen Angriff auf den Irak bezeichnete er als gerechtfertigt, wenn nur damit ein Terroranschlag gegen die USA verhindert werden könne.

US-Generalstabschef Richard Myers erklärte unterdessen, die irakischen Streitkräfte seien heute schwächer als zur Zeit des Golfkriegs 1991. Der General führte dies in einer Sendung des Fernsehsenders ABC unter anderem auf die UNO-Sanktionen zurück, die nach dem irakischen Einmarsch in Kuwait im August 1990 verhängt wurden. Myers wiederholte allerdings auch den Vorwurf der US- Regierung, dass der Irak an der Produktion von Massenvernichtungswaffen arbeite.(APA)

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