Subventionen für British Energy

9. September 2002, 17:22
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Liberalisierungsopfer: Britische Regierung greift Stromversorger unter die Arme

London - Die britische Regierung hat dem führenden Stromversorger British Energy nach drohender Zahlungsunfähigkeit mit einem Kredit von 410 Mill. Pfund (652 Mill. Euro) unter die Arme gegriffen. Nach einer Mitteilung des Ministeriums für Handel und Industrie vom Montag ist das Finanzpaket auf den 27. September befristet. Bis dahin müsse British Energy seine "Finanzposition offenlegen."

Der Privatkonzern deckt über acht Atomkraftwerke 20 Prozent des britischen Strombedarfs. Wegen der prekären Finanzlage war der Börsenhandel mit British Energy-Aktien am vergangenen Donnerstag ausgesetzt worden. Kurz nach Wiederaufnahme des Handels am Montag fiel die Aktie erneut um fast 80 Prozent auf 17 Pence.

Massiv an Wert verloren

Der Börsenwert des Konzerns wurde am Montag mit rund 100 Mill. Pfund angegeben - im Vergleich zu 500 Mill. Pfund vor Aussetzung des Handels. Industrieministerium Patricia Hewitt schloss am Montag nicht aus, dass British Energy in naher Zukunft den Vergleich anmelden müsse. "Wir stellen keine Blankoschecks aus, sondern handeln im nationalen Interesse zur Wahrung der Versorgung", sagte sie. Die EU-Behörden seien von der Staatshilfe unterrichtet worden.

Die britische Stromindustrie war 1996 von der damaligen konservativen Regierung privatisiert worden. Seitdem sind die Strompreise wegen wachsender Kostenkonkurrenz stark gefallen. (APA/dpa)

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