Powell: Militärschlag gegen Irak noch nicht beschlossen

8. September 2002, 23:10
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Meinungen von Bushs Beratern gehen auseinander

London - Innerhalb der US-Regierung gibt es nach wie vor unterschiedliche Ansichten über das angemessene Vorgehen gegen den irakischen Staatschef Saddam Hussein. Das räumte der amerikanische Außenminister Colin Powell in einem Interview mit dem britischen Rundfunksender BBC ein. Noch sei keine Entscheidung für einen Militärschlag gefallen, sagte Powell laut einer am Sonntag vorab veröffentlichten Abschrift des Interviews.

US-Präsident George W. Bush prüfe "all unsere Optionen - politisch, diplomatisch und militärisch", sagte Powell. Unter den Regierungsmitgliedern gebe es eine umfassende und offene Debatte über die Irak-Politik. Die Berater des Präsidenten hätten dazu viele verschiedene Meinungen.

Fest stehe, dass Saddam Hussein nach Atomwaffen strebe. Allerdings wüssten die USA nicht, wie nah er diesem Ziel sei. "Man kann darüber diskutieren, ob es ein Jahr, fünf Jahre, sechs Jahre oder neun Jahre sind. Entscheidend ist, dass sie (die Iraker) nach wie vor entschlossen sind, diese Technologie zu verfolgen", sagte Powell in dem Interview, das am Sonntag ausgestrahlt werden sollte.

Als Beweis für die Bestrebungen des irakischen Staatschefs, in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen, wertet der US-Geheimdienst verschiedene in den vergangenen Monaten abgefangene Schiffslieferungen. Diese hätten spezielle Metallröhren enthalten, die für die Anreicherung von waffenfähigem Uran eingesetzt werden könnten, verlautete am Samstag aus Geheimdienstkreisen. Nicht bekannt wurde, wo und von wem die Schiffe gestoppt wurden. (APA/AP)

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