Per Tauschbörse zum gläsernen Internet-Nutzer

8. September 2002, 11:32
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Die Mär von der Anonymität im weltweiten Datennetz

Im Internet wähnen sich viele Surfer anonym und unbeobachtet. Aber besonders die Identität von Teilnehmern an Tauschbörsen lässt sich leicht ermitteln. Rechteinhaber durchforsten Kazaa, eDonkey und Co. und versuchen, illegalem Tauschhandel auf die Schliche zu kommen, berichtet das Computermagazin c't in der aktuellen Ausgabe.

Mit dubiosen Absichten

Neugierige Zeitgenossen, die Interesse an persönlichen Nutzerdaten von Online-Surfern haben, gibt es zuhauf: Etwa Hacker, die meist mit dubiosen Absichten versuchen, Einblick in fremde Rechner zu erhalten, kommerzielle Unternehmen, die Nutzerdaten zu Werbezwecken sammeln sowie Ermittlungsbehören, die illegale Machenschaften im Netz verfolgen wollen.

IP-Adresse

Alles dreht sich dabei um die so genannte IP-Adresse: Sobald sich ein Computer ins Internet einloggt, erhält er eine eindeutige Nummer, die Server-Betreiber und manchmal sogar andere Surfer ermitteln können. "Die Mehrzahl der Nutzer handelt aber nach dem Prinzip: Hier falle ich doch sowieso nicht auf," hat c't-Redakteur Axel Kossel festgestellt. Doch besonders bei der Teilnahme an einer Tauschbörse, beim Chatten oder E-Mail-Versenden können andere die IP-Adresse leicht in Erfahrung bringen.

80 Tage

Anhand von Zugangsdaten kann bei Providern die Verbindung zwischen IP-Adressen und Nutzern hergestellt werden. Der Provider T-Online bewahrt die Zugangsdaten seiner Kunden 80 Tage lang auf - und das bei der Flatrate ohne gesetzliche Grundlage, kritisieren Juristen und Datenschützer. Andere Provider ermöglichen ihren Kunden, weitgehend anonym im Internet zu agieren. (red)

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