Zeitung: El Kaida plante zunächst Anschläge auf US-Kernkraftwerke

8. September 2002, 11:28
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El-Kaida will sich in Interview zu Anschlägen bekennen

London - Die Luftpiraten vom 11. September haben einem Zeitungsbericht zufolge zunächst erwogen, gekaperte Flugzeuge in US-Kernkraftwerke zu steuern. Wie die britische "Sunday Times" unter Berufung auf zwei führende Mitglieder der Organisation El Kaida des Moslem-Extremisten Osama bin Laden berichtete, wurde diese Idee jedoch verworfen, weil man befürchtet habe, die Lage "würde außer Kontrolle geraten". In Zukunft seien derartige Anschläge jedoch nicht auszuschließen.

Die Zeitung zitierte aus einer Dokumentation des Chefreporters des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera, Josri Fuda, der die El-Kaida-Mitglieder Ramsi bin Shaiba und Khaled el Scheich Mohammed in der pakistanischen Hafenstadt Karachi interviewt habe. Der genaue Zeitpunkt des Interviews wurde nicht mitgeteilt, es hieß lediglich, es sei "kürzlich" geführt worden.

Al Jazeera hatte den ersten Teil der Dokumentarserie Fudas am Donnerstag gezeigt. In dem zweiten Teil, der am kommenden Donnerstag ausgestrahlt werden soll, werden die beiden El-Kaida-Mitglieder Al Jazeera zufolge bekennen, dass die Organisation für die Anschläge vom 11. September verantwortlich ist.

Damals hatten 19 mutmaßliche Moslem-Extremisten vier Passagiermaschinen entführt. Zwei lenkten sie in die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York und brachten sie zum Einsturz. Eine Maschine stürzte in das US-Verteidigungsministerium bei Washington, eine auf unbewohntes Gebiet im Bundesstaat Pennsylvania. Insgesamt wurden bei den Attentaten etwa 3.000 Menschen getötet. Die USA machen Bin Laden und El Kaida für die Anschläge verantwortlich.

Die Zeitung berichtete weiter, die beiden El-Kaida-Mitglieder hätten das Kapitol in Washington, Sitz des US-Kongresses, als Ziel der in Pennsylvania abgestürzten Maschine genannt. Insassen der Maschine hatten vermutlich versucht, die Entführer zu überwältigen. Daraufhin stürzte das Flugzeug ab.

Der 38-jährige Scheich Mohammad sei Chef des El Kaida-Militärausschusses gewesen, während der 30-jährige Shaibah die Anschläge vom 11. September von Hamburg aus koordiniert habe, berichtete die "Sunday Times". Shaibah habe dort mit Mohammed Atta, einem der Luftpiraten der September-Anschläge, in einer Wohnung gewohnt. (APA/Reuters)

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