65 Tote und 100 Vermisste bei Maoisten-Überfall in Nepal

9. September 2002, 14:10
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Regierungsgebäude und ein Krankenhaus zerstört

Kathmandu - Bei dem Überfall maoistischer Rebellen auf die nepalesische Bezirkshauptstadt Sandhikarka sind mindestens 65 Menschen getötet worden. 100 Soldaten und Polizisten würden noch vermisst, berichtete der staatliche Sender Radio Nepal am Montag. Die Maoisten hatten die Stadt 250 Kilometer westlich von Kathmandu am Sonntag angegriffen. Der Privatsender Kantipur berichtete, sie hätten alle Regierungsgebäude und ein Krankenhaus zerstört. Danach flohen die Angreifer. Beim Rückzug kam es zu zahlreichen Gefechten.

Am Wochenende waren bei einem Angriff der Maoisten auf Bhiman im Osten des Landes 49 Polizisten und 70 Rebellen getötet worden. An dem Überfall in Sandhikarka sollen nach ersten Angaben des Innenministeriums mehrere tausend Angreifer beteiligt gewesen sein. Die Regierung schickte Verstärkung. Nach Angaben der Armee wurden alle Fluchtwege aus dem Tal, in dem die Stadt liegt, abgeriegelt. Möglicherweise haben die Maoisten zahlreiche Regierungsangestellte entführt.

In dem seit sechs Jahren anhaltenden Gewaltkonflikt in dem kleinen südasiatischen Königreich sind bereits mehr als 4400 Menschen ums Leben gekommen. Die Maoisten kämpfen für eine Landreform und den Sturz von König Gyanendra. Im vergangenen November kam es zum endgültigen Abbruch der Friedensverhandlungen. Die Regierung berät nach den jüngsten Gewalttaten über eine Wiedereinführung des Ausnhamezustands.(APA/dpa)

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