"News-Kapitän" Klausnitzer sucht eine Lösung für "Format"

8. September 2002, 08:51
posten

Richtige Positionierung finden, Erscheinungstag Freitag als erster Schritt - TV-Pläne als Inhalte-Lieferant

"Bis Ende nächsten Jahres" peilt Rudi Klausnitzer, Geschäftsführer der News-Verlagsgruppe, eine "Entwicklung oder eine Lösung" für "Format" an, "die es auf einen langfristig richtigen Weg bringt". Dies sagte Klausnitzer im Gespräch mit der "Presse" (Samstagsausgabe). Gegenüber dem "Kurier" betonte er am Samstag, Ziel der Magazinfusion sei "ja die Erhaltung der Titel" gewesen. Dies könne zwar "kein Generalfreibrief für ewige Zeiten" sein, dennoch sei er "überzeugt, dass Platz für beide ist".

Mit Auflagezahlen zufrieden

"Reduzieren und Zusperren ist immer nur die Ultimo ratio. Ich trete sicher nicht für's Zusperren an", so Klausnitzer in der "Presse". "Es würde keinen Sinn machen, 'Format' (mit "profil", Anm.) zu fusionieren oder einzustellen. Wichtig wäre, die richtige Positionierung für 'Format' zu finden." Die Verlegung des Erscheinungstages auf den Freitag sei da ein erster Schritt gewesen. Mit den Auflagenzahlen zeigte sich Klausnitzer zufrieden: "Probleme mit der Auflage gibt's nicht. Ich glaube, dass viele Kollegen froh wären, würden sie solche Auflagen erzielen."

Fernsehstandbein für die News-Gruppe

Für die News-Gruppe möchte Klausnitzer außerdem gerne ein Fernsehstandbein schaffen, erklärte er im "Kurier": Eine Beteiligung an Privat-TV-Sendern sei zwar nicht "unsere Priorität", sehr wohl aber wolle man "für diese Medienschiene Inhalte produzieren", so der Verlagschef. "Niemand stößt sich daran, dass es in Deutschland ein Spiegel-TV, ein Stern-TV gibt. In Österreich ist die Vorstellung eines Profil-TV oder News-TV noch immer ein medienpolitisches Problem."

"Kapitän" Klausnitzer

Seine Rolle in der News-Gruppe bezeichnete Klausnitzer gegenüber der "Presse" als "Kapitän", nachdem sich die Verlagsgründer Wolfgang und Helmut Fellner aus der operativen Führung der Gesellschaft zurückgezogen haben. Ein "News" ohne Wolfgang Fellner würde er sich "nicht wünschen", betont er. Er habe großes Interesse, ihn ans Haus zu binden, denn "es gäbe sicher auch andere, die den Wolfgang gerne hätten".

Dass die Magazinfusion und der damit einhergehende Konzentrationsschub für die heimische Medienbranche immer wieder scharf kritisiert wird, kommentierte Klausnitzer in der "Presse" gelassen: "Ich glaube, dass in einem kleinen Land und einem kleinen Markt wie Österreich, wenn man die Vielfalt an Produkten erhalten will, gewisse Konzentrationsprozesse notwendig sind, wenn man die Vielfalt erhalten will." Es sei aber klar, "dass das mit Verantwortung verbunden ist und man damit vorsichtig umgehen muss". (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "Kapitän" Rudi Klausnitzer

Share if you care.