Schröder und Chirac lehnen "unilaterales Vorgehen" gegen Irak ab

8. September 2002, 14:00
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Einigkeit über UNO-Inspektoren - Frankreich will vor Entscheidung Beratungen im Sicherheitsrat abwarten

Hannover - Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder und der französische Präsident Jacques Chirac haben "jedes unilaterale Vorgehen" gegen den Irak abgelehnt. Nach einem gemeinsamen Abendessen am Samstagabend in Schröders Privathaus in Hannover sagte der Bundeskanzler, zwischen Deutschland und Frankreich herrsche in der Irak-Frage in vier Punkten "vollständige Einigkeit".

Neben der Ablehnung einer einseitigen Militäraktion seien dies die bedingungslose Rückkehr der UNO-Waffeninspektoren, eine bedeutende Rolle der UNO sowie die Einbindung der wichtigsten Kräfte der Region bei den Entscheidungen. Es gehe nicht darum, "das Ziel zu ändern", sondern die Inspektoren ins Land zu bringen.

Schröder berichtete, er habe Chirac mitgeteilt, "dass und warum Deutschland sich an militärischen Aktionen im Irak nicht beteiligen wird". Chirac bekräftigte hingegen, Frankreich werde zunächst die Beratungen im UNO-Sicherheitsrat abwarten. "Nur der Sicherheitsrat ist ermächtigt, eine Entscheidung zu treffen." Zur grundsätzlichen Ablehnung einer militärischen Internvention sagte er, er verstehe die deutsche Position.

An dem informellen Treffen in Hannover hatten auch Deutschlands Außenminister Joschka Fischer und sein französischer Kollege Dominique de Villepin teilgenommen. (APA/dpa)

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