Das fanden die UNO-Inspekteure

9. September 2002, 10:21
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Bis 1998 waren die Waffen-Experten im Irak zugange - Eine Auflistung des gefundenen Materials

New York - Seit Wochen wird über die Rückkehr der UNO-Waffeninspektoren in den Irak gestritten. Die USA werfen der Regierung von Saddam Hussein vor, Massenvernichtungswaffen zu produzieren. Die letzten UNO-Inspektoren verließen den Irak im Dezember 1998 kurz vor der "Operation Wüstenfuchs". Im folgenden ein Überblick, was die Experten der UNO-Kommission für die Abrüstung Iraks (UNSCOM) bis dahin an Waffen fanden:

  • RAKETEN

    In einem Bericht der UNSCOM für den UNO-Sicherheitsrat heißt es, die Spur von 817 der 819 Langstreckenraketen vom Typ Scud, die Russland an den Irak lieferte, sei gefunden worden. Die meisten seien im Krieg gegen Iran in den 80er Jahren oder gegen Israel während des Golfkrieges 1990 bis 1991 zum Einsatz gekommen. Die Waffeninspektoren überwachten die Zerstörung von 48 weiteren Raketen.

    Die UNSCOM fand zudem 73 der 75 biologischen und chemischen Raketensprengköpfe und 163 der 210 konventionellen Sprengköpfe, die der Irak produziert oder importiert hatte. Bagdad konnte laut UNSCOM sein Vorhaben nicht realisieren, eigene Raketen namens El Husain zu bauen. Die UNSCOM überwachte auch die Zerstörung von 60 Raketenabschussstellungen und sechs mobilen Rampen. Auch Teile für eine geplante "Superwaffe" seien zerstört worden.

  • CHEMISCHE WAFFEN

    Laut UNSCOM wurden die wichtigste Produktionsstätte für chemische Waffen sowie mehr als 38.500 zum Teil bereits gefüllte chemische Munition und 690 Tonnen für Waffen geeignete Chemikalien zerstört. Auch Geräte, mit denen solche Waffen hergestellt werden können, wurden vernichtet. Im Golfkrieg war ebenfalls entsprechende Ausrüstung zerstört worden. Die UNSCOM ging aber davon aus, dass der Irak über weitere Chemikalien-Vorräte verfügte.

  • BIOLOGISCHE WAFFEN

    1995 gab Bagdad erstmals zu, an biologischen Waffen zu arbeiten. Die UNSCOM konnte zwar Hinweise darauf aufspüren, doch das Ausmaß dieses Programmes blieb unklar. Im Juni 1996 überwachte die UNSCOM die Zerstörung des nach irakischen Angaben wichtigsten Labors für biologische Waffen, El Hakam. Auch die Vernichtung von 22 Tonnen Nährlösung für die Bakterienzüchtung sowie von Produktionsgeräten aus vier weiteren Biowaffen-Fabriken wurde von den Inspekteuren bezeugt.

(APA)
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