VEU-Funktionäre im Fadenkreuz

7. September 2002, 14:33
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Die Staatsanwaltschaft hat gegen die Präsidenten des einst so erfolgreichen Eishockey-Clubs Anklage erhoben

Bregenz - Die Staatsanwaltschaft Feldkirch habe ihre Ermittlungen gegen die VEU-Feldkirch abgeschlossen und Anklage gegen zwei ehemalige Präsidenten des erfolgreichen Vorarlberger Eishockey-Klubs und einen Sportmanager in Liechtenstein erhoben, berichtete der ORF Radio Vorarlberg am Samstag. Den Angeklagten werde vorgeworfen, über Jahre hinweg insgesamt mehr als 30 Millionen Schilling an Steuern hinterzogen zu haben.

Günter W.Amann - Der Haupttäter

Bereits vor zwei Jahren hat die Staatsanwaltschaft Feldkirch die Vorerhebungen gegen die Spitzenfunktionäre des erfolgreichen Eishockey-Klubs eingeleitet. Als Haupttäter werde der langjährige VEU-Präsident Günter W.Amann angeklagt, berichtete der ORF. Dem Präsidenten werde vorgeworfen, zwischen 1994 und Jänner 2000 insgesamt 2,3 Millionen Euro an Lohnsteuern und Dienstgeberbeiträgen für den Familienausgleichsfonds nicht bezahlt zu haben. Als Beitragstäter stehen der ehemalige VEU-Präsident, Rechtsanwalt Reinhard Pitschmann und ein Sportmanager in Liechtenstein, bei dem einige Spieler unter Vertrag waren, in Verdacht.

Pitschmann soll sich beteiligt haben

Pitschmann soll sich von September 1999 bis Jänner 2000 an einer Steuerhinterziehung in Höhe von 92.000 Euro beteiligt haben. Der Liechtensteiner Sportmanager soll Präsident Amann über mehrere Jahre geholfen haben, 1,8 Millionen Euro nicht an die Finanzbehörden abzuliefern. Das Verfahren gegen die über 50 Spieler und Trainer wurde eingestellt, berichtete der ORF. Diese hätten zwar ihre Gehälter entgegengenommen, aber daraus allein lasse sich laut Staatsanwaltschaft noch kein Beitrag zur Steuerhinterziehung ableiten. Von den ausländischen Spielern mit geringen Deutschkenntnissen könne nicht erwartet werden, dass sie sich im komplizierten österreichischen Steuerwesen auskennen.

Sinkende VEU

Pitschmann erklärte in einer ersten Reaktion gegenüber dem ORF, bei Amann handle es sich um einen Vorwurf von mehreren Jahren, bei ihm um einige Monate. "Und zwar genau um jene Zeit, als ich versucht habe gemeinsam mit dem Feldkircher Bürgermeister Wilfried Berchtold und Sportlandesrat Siegmund Stemer, die VEU, die damals schon im Sinken begriffen war, zu retten".

Einspruch gegen eine Anklageschrift sei meist nicht sehr sinnvoll, es sei meistens vernünftiger, sich dem Verfahren zu stellen." Wenn man nichts zu befürchten hat, braucht man auch keinen Einspruch zu machen", sagte der Rechtsanwalt im ORF-Interview. Immerhin habe er die Prüfung des so genannten Liechtensteiner Modells veranlasst. Während seiner Amtszeit sei kein Geld aus Liechtenstein an die Spieler geflossen, beteuerte der Anwalt.(APA)

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