Xbox Live fahndet nach umgebauten Konsolen

9. September 2002, 18:39
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Microsofts kommender Online-Dienst sucht nach Wegen um Hacker auszusperren

Laut einem Bericht von CNet wird Microsoft bei seinem kommenden Online-Dienst für seine Spielkonsole Xbox doch, entgegen ersten Erklärungen des Unternehmens, die Konsolen der Anwender durchchecken. So soll verhindert werden, dass Nutzer von "Xbox Live" mit modifizierten Konsolen den Dienst verwenden können. Wie ein Microsoft-Sprecher erklärte, diene dies dazu, um die die Sicherheit der eigenen Plattform zu schützen.

Die Vorab-Lizenzbestimmungen

"Xbox Live" soll am 15. November in den USA starten. Derzeit sollen einige Beta-Tester den Online-Dienst ausprobieren. Die Tester fanden in den Vorab-Lizenzbestimmungen zu Xbox Live, dass der Xbox-Onlinedienst nur mit einer technisch unmodifizierten Konsole genutzt werden darf. Im Original steht zu lesen: "Auf Xbox Live darf nur mit einer unmodifizierten Xbox Videospielekonsole zugegriffen werden; ausgenommen sind von Microsoft-authentifizierte Reparaturen und Upgrades." Weiters sei es strikt untersagt, die Hard- oder Software des Systems zu disassemblieren, zu dekompilieren, nachzumachen, zu modifizieren oder weiter zu lizenzieren. Ebenfalls in den Vorab-Lizenzbestimmungen findet sich, laut CNet der Passus, dass Microsoft die zum Einwählen in Xbox Live notwendigen Login-Informationen aus der Xbox auslesen könnte, um so die Lizenzvereinbarung durchsetzen zu können.

Keine Details

Wie die notwendigen Login-Informationen allerdings ausgelesen werden, verrät Microsoft nicht. Jeder Nutzer, der die Rechte von Microsoft oder seinen Partnern verletzten würde, hätte mit rechtlichen Konsequenzen zu rechen, berichtet CNet.

Modchips deaktivieren

Das Problem an dieser – aus Sicht der Unternehmen verständlichen – Vorgehensweise ist die Funktionalität und Bauart vieler Modchips. Chips der neuen Generation lassen sich nämlich einfach abschalten und ermöglichen weiterhin den Start des Original-BIOS. So dürften diese modifizierten Konsolen wohl kaum zu erkennen sein. Bleibt abzuwarten ob sich bis "Xbox Live" in Europa startet, noch Änderungen an der Lizenzpolitik ergeben. (red)

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