GPRS im Härtetest

7. September 2002, 12:52
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Die Angebote der österreichischen Provider unter der Lupe - Klarer Testsieger und überraschender Zweiter

Obwohl nach der aktuellen Untersuchung des Austrian Internet Monitor (AIM) bereits jeder fünfte Österreicher über 14 ein datentaugliches Handy sein Eigen nennt, wird diese Basis für Datendienste kaum benützt. Mobil ins Internet einzusteigen ist in Österreich noch lange kein Renner. Das IT-Magazin "Output" hat im August die GPRS-Anbieter einem Härtetest unterzogen. Es fand sich ein klarer Testsieger, ein überraschender Zweiter und ein "träger Platzhirsch".

Der Test

In einem Zeitraum von vier Tagen, vom 6.8. bis 9.8.2002, wurden die Tests durchgeführt. Als Bewertung diente die Einwahlgeschwindigkeit, das Laden der Seite der New York Times sowie der Download von PDF-Files. Bei den PDFs wurde das Top-75-Ranking von Output mit einer Größe von 163 KB gewählt, sowie der Geschäftsbericht der OMV AG mit 2,1 MB. Ein Testdurchgang mit allen vier Anbietern erfolgte jeweils in einem Zeitfenster von einer Stunde. Die Einstellungen des Internet-Explorers wurden nach jedem Provider wieder auf Null gesetzt. Das heißt, der Verlauf und die Temporary Internet Files plus die Offline-Inhalte wurden gelöscht.

Mögliche Geschwindigkeit wird nicht erreicht

Theoretisch beträgt die Höchstgeschwindigkeit für GPRS bis zu 171,2 kbit/s. Das ist an sich dreimal so schnell wie die aktuelle Datenübertragung über das ISDN-Festnetz. Diese Geschwindigkeit wird in der Praxis jedoch nicht erreicht. In der Praxis hängt die Übertragungsgeschwindigkeit von GPRS von mehreren Faktoren ab. Da sich GPRS die Bandbreite mit GSM teilt, korreliert die Datenübertragungsrate mit der Belastung des Mobilfunknetzes. Auch der allgemeine Ausbau des Netzes wirkt sich aus - zum Beispiel wie weit der Sender entfernt steht und mit welchem Traffic die Funkzelle belastet ist. Keine gravierenden Unterschiede waren bei der Einwahlgeschwindigkeit festzustellen. Sie betrug bei allen Anbietern zwischen zehn und 20 Sekunden.

Der Spreu vom Weizen

Spätestens beim Laden der New York-Times-Seite trennt sich aber der Spreu vom Weizen. Hier hatte bei allen Testdurchgängen T-Mobile mit seinem GPRSpeed-Plus-Package die Nase weit vorne. Teilweise betrug der Unterschied zur Konkurrenz ganze 60 Sekunden. Der Download der Output-Top-75 war bei tele.ring und T-Mobile rasch erledigt. Bei One dauerte es schon etwas länger: 50 Sekunden für die 163 KB. Das Schlusslicht bildete die Mobilkom: Ganze eineinhalb Minuten musste sich der Tester hier auf das PDF gedulden. Nicht besser erging es dem Marktführer beim Geschäftsbericht der OMV: "Fast zwölf Minuten Download-Zeit bemüßigten unseren Tester eine ausgedehnte Kaffeepause einzulegen", schreibt Ouput.

Unterbrechungen

Gar kein Geschäftsbericht kam bei One zustande: Schon nach kurzer Zeit riss die Verbindung während des Downloads ab. T-Mobile erwies sich mit rund dreieinhalb Minuten für 2,1 MB auch hier als Spitzenreiter. Überraschend allerdings das Ergebnis von Telering: Der Marktzwerg belegte mit rund fünf Minuten den sicheren zweiten Platz. Allerdings musste der Tester beim kleinsten Handy-Provider Österreichs während der Durchlaufphase zwei komplette Arbeitstage Stillstand in Kauf nehmen: Der GPRS-Dienst war am 7. und 8.8. tagsüber nicht erreichbar. Laut Call Center waren Wartungsarbeiten am Server für den Ausfall verantwortlich. Auch bei One wurde die Verbindung öfter unterbrochen. Die großen Zwei, T-Mobile und Mobilkom, waren hingegen stets zu 100 Prozent verfügbar.

"Wir fanden einen unangefochtenen Testsieger: T-Mobile. Wir sind überrascht von einem unerwartet flotten Zweiten: Telering. Wir gratulieren dem respektablen Dritten: One. Und wir wundern uns über die Trägheit des Marktführers und historischen Platzhirschen: Mobilkom", resümiert Output.(red)

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