Schweiz: Amoklauf nach "religiösen Wahnvorstellungen"

7. September 2002, 12:30
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Täter verletzte 14 Personen mit Eisenstange

Obfelden - Mit einer schweren Eisenstange hat ein Amokläufer am Freitagnachmittag in Obfelden bei Zürich 14 Personen verletzt, zwei davon schwer. Der Mann wurde nach Polizeiangaben festgenommen. Bis am Freitagabend war über die Identität des schätzungsweise 25- bis 35-jährigen Amokläufers nichts bekannt.

Das Fernsehen berichtete, der Täter habe bereits am Nachmittag verschiedene Passanten in Obfelden angesprochen und sie nach ihrem Glauben befragt. Der Amokläufer hatte sich in einem Wohnhaus bei einer Frau nach seiner Schwester erkundigt. Aus noch ungeklärten Gründen versetzte er dann der Frau einen Faustschlag. Dann ging er ins Freie und beschaffte sich eine Eisenstange.

Eine Frau und ihr dreijähriger Bub, die ihm zufällig entgegen kamen, schlug er mit der schweren Eisenstange nieder, ebenfalls einen 69-jährigen Mann, der zu Hilfe eilen wollte. Das Kind und der Rentner erlitten schwere Verletzungen und mussten mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden, wie ein Sprecher der Zürcher Kantonspolizei mitteilte.

Danach stieg der Täter in sein Auto und fuhr eine Radfahrerin an. Im Dorfkern von Obfelden angekommen, ging er in einem Café auf drei weitere Frauen los und prügelte auf sie ein. Schließlich stieg er in einen Postbus, wo er weiter wütete. Der Fahrer und mehrere Passagiere konnten den Amokläufer schließlich überwältigen.

"Religiöse Wahnvorstellungen"

Nach dem Amoklauf eines 32-jährigen philippinischen Staatsangehörigen vom Freitagnachmittag in Schweizer Ort Obfelden im Kanton Zürich befinden sich noch sieben Personen in Spitalpflege. Sieben Personen konnten inzwischen nach Hause entlassen werden.

Die Verletzten, darunter ein dreijähriger Bub, seien nicht in Lebensgefahr, teilte die Kantonspolizei Zürich am Samstag mit. Der Täter sei in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Die ersten Befragungen hätten ergeben, dass das Motiv "in religiösen Wahnvorstellungen zu suchen" sei.(APA/dpa)

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