Auf der Suche nach den Bundesschätzen

6. September 2002, 22:22
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Erst fünf von 100 Millionen Euro gezeichnet

Wien - "Schwarzgeldkunden sind nicht unsere Kunden." Helmut Eder, Chef der Bundesfinanzierungsagentur, die die neuen Bundesschatzscheine emittiert, betont: Die Bundefinanzierungsagentur sei zwar keine Bank, es gebe also auch kein Bankgeheimnis. Dafür sei man in Sachen Geldwäsche und Legitimationsbedingungen schärfer als die Banken. Eine Absage an alle, die ihr Schwarzgeld über die Internetschiene des Finanzministers weiß waschen möchten.

Wie berichtet, kann jeder, der über die Internetschiene www.bundesschatz.at ein Konto eröffnet, die Bundesschätze des Finanzministers kaufen. Und der bietet im Gegenzug Renditen von drei bis 3,1 Prozent pro Jahr je nach Laufzeit.

Noch boomt das Geschäft mit den Bundesschätzen nicht wirklich: Freitagmittag konnte Eder 5,234 Mio. Euro gezeichnete Schätze verbuchen - aus dem gesamten Topf von 100 Mio. Euro. Das entspreche über 6000 Konten, sagte er.

Sicher sei für alle Zweifelnden: Es gebe keinerlei Verbindung zwischen Finanzministerium und Bundesfinanzagentur im Netz, also auch keine Weiterleitung der Daten. Trotzdem: Probieren kann jeder, sein Geld reinzuwaschen, aber die strenge Überwachung könnte ein nicht zumutbares Hindernis sein. "Wir suchen den kleinen, ehrlichen Mann auf der Straße, der ist unser König", so Eder.

Ehrlich müssen die potenziellen Anleger, die sich auf die Suche nach dem Bundesschatz begeben, sein: Schließlich zahlen sie 25 Prozent Kapitalertragssteuer (KESt). Aber nicht alle: Devisenausländer entkommen dem heimischen Fiskus müssen dafür aber die Zinserträge im Land ihres ständigen Wohnsitzes versteuern. (este, DER STANDARD, Printausgabe 7.9.2002)

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