Wachstum der Eurozone 2002 knapp unter einem Prozent

6. September 2002, 21:04
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Aufschwung gibt es erst Anfang 2003

Kopenhagen - Die Wirtschaft der Eurozone wird heuer voraussichtlich "knapp unter 1 Prozent" wachsen, sagte der griechische Finanzminister und amtierende Vorsitzende der Eurogruppe, Nikos Christodoulakis, Freitag Abend in Kopenhagen vor der Presse. Im Frühjahr hatte die EU-Kommission der Eurozone noch ein Wachstum von 1,4 Prozent vorhergesagt. Die Wirtschaft werde wohl erst Anfang 2002 an Schwung gewinnen, erwartet Christodoulakis. Der Aufschwung komme langsamer als erwartet und es gebe noch deutliche Risken, ergänzte EU-Währungskommissar Pedro Solbes.

Flutkosten als außergewöhnliches Ereignis zu werten

Währungskommissar Pedro Solbes betonte, dass die Kosten nach der Hochwasserkatastrophe in Österreich und Deutschland als außerordentliches Ereignis zu bewerten seien. Er wollte sich aber nicht auf Aussagen festnageln lassen, ob die Kosten für die Beseitigung der Flutschäden in Deutschland auch ein Defizit über drei Prozent rechtfertigen könnten.

Nachdem es noch keine endgültigen Zahlen aus Deutschland gebe, mache es keinen Sinn, derzeit über solche Fragen zu diskutieren. Der EU-Vertrag sehe vor, dass bei einem Defizit über drei Prozent das Defizitverfahren einzuleiten sei, dass dabei aber auch außerordentliche Ereignisse zu berücksichtigen seien.

Finanzminister Karl-Heinz Grasser hatte schon am Nachmittag erklärt, Österreich werde auch unter Berücksichtigung der Flutkosten keinesfalls die Grenze von drei Prozent Defizit überschreiten. Die Diskussion darüber sei für Österreich daher ohne Bedeutung. (APA)

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