Die "Nichtraunzerzone"

9. September 2002, 15:48
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Die beiden Wirtschaftskabarettisten Kastner & Buda (KABUD) nehmen in ihrem neuen Programm "Jammermontag" das Thema Jammern ordentlich aufs Korn. Ideal für Unternehmen, Abteilungen und Projektteams in Zeiten der Wirtschaftskrise und Umstrukturierungen.

Eine Umfrage der Wirtschaftskammer Österreich zeigt es deutlich: Über die Wirtschaftslage wird gejammert bis zum Umfallen.

Rund 85 Prozent aller Österreicher sehen einer weiteren Verschlechterung der Wirtschaftsentwicklung entgegen oder sind zumindest skeptisch hinsichtlich einer Verbesserung der Lage. Nur 15 Prozent jammern nicht und nehmen eine Verbesserung wahr.

Beim Thema Arbeitslosigkeit sieht es ähnlich aus. 46 Prozent glauben, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter verschlechtern wird, 34 Prozent glauben, es bleibt so schlecht wie es ist und nur 16 Prozent glauben an eine Verbesserung der Arbeitsmarktsituation.

Grund genug für das Kabarettduo Kastner und Buda, sich dem Jammern professionell zu nähern und jedem seine persönliche "Nichtraunzerzone" zu empfehlen. Die Kabarettisten, die auch Unternehmensberater sind, waren in den letzten drei Jahren in über 100 Unternehmen tätig und haben dabei das Jammern in verschiedenen Formen kennen gelernt und vor allem seine Auswirkungen beobachtet.

Nur, was hilft es zu jammern? "Wir haben oft gesehen, wie nützlich jammern sein kann, aber auch wie schlimm. Wenn Menschen und Unternehmen das Jammern als Impuls zu Veränderung verstehen, ist es wunderbar, wenn sie im Jammern stecken bleiben, dreht sich die Spirale weiter nach unten", erklärt Otmar Kastner. Da mache es Sinn, sich mit dem Jammern einmal intensiver zu beschäftigen, so Kastner und es zum "Forschungsprojekt" im eigenen Unternehmen zu machen.

Warum jammern Menschen und wie kann man das Jammern verändern? "Sich dem Thema mit einer Mischung aus Humor, Kabarett und Ernsthaftigkeit zu nähern scheint der leichteste Weg. Oftmals geht es um eine Kombination aus Angst und Wut in Verbindung mit dem Abgeben der eigenen Verantwortung ("de andern san schuld"). Eine Veränderung kann man herbeiführen, indem man fragt ,Was will ich wirklich?' und dann die Dinge selbst in die Hand nimmt. Es sind die Emotionen, die uns lenken und da kann Humor einer der einfachsten Wege sein, neue Kraft zu gewinnen", erklärt Peter Buda.

Das Aussteigerprogramm für Jammerer wird ab 23. September jeden ersten Montag im Monat ("Jammermontag") im Kabarett Niedermair angeboten. Als "Late-Work-Seminar" konzipiert, mit Beginn um 16.30 Uhr, kann der Abschluss eines Arbeitstages genutzt werden, um sich dem Jammern kabarettistisch zu nähern.

Um dann - im Rahmen eines "Jammer-Check-Outs" oder "Jammer-Healing" - das Jammern hinter sich zu lassen. Das Programm lässt, laut Veranstalter, keine Frage offen: Wie erarbeite ich mir mein persönliches Jammer-Mission-Statement? Welcher Jammertyp bin ich und was ist mein persönlicher Jammerstil oder wie kann ich die Formel Ziel=Power / JAM (Jammern, Angst, Mein innerer Schweinehund) in die Praxis umsetzen? Ziel ist das Jammern produktiv und bewusst zu nutzen und den Ausstieg zu schaffen. Für jeden Gast gibt es anschließend einen professionellen Aussteiger-Leitfaden als Handout.

Wer sich das Jammerausstiegsprogramm nicht entgehen lassen will: Premiere ist am 23. September, 16.30 Uhr, Kabarett Niedermayer, Lenaugasse 1a, 1080 Wien. Anschließend jeden ersten Montag im Monat im Kabarett Niedermair. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 07./08. 09. 2002)

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