"Do pfeif'n die Komantschn!"

9. September 2002, 11:55
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Ein Moderator mit "großer Klappe" und Schrauben im Knie: Armin Assinger

Für eines der dümmsten Vorurteile hält ORF-Unterhaltungschef Edgar Böhm, dass "jemand, der seiner Mundart treu bleibt, ein Depp ist". Wie zum Beweis setzte sich der Skirennfahrer, Sportkommentator und damals noch nicht Quizshow-Moderator Armin Assinger vergangenen Februar bei einer "Promi"-Ausgabe der "Millionenshow" vis-à-vis von Barbara Stöckl. Und beantwortete von 15 Fragen 13 richtig. Ein "Depp", wer Assinger unterschätzt?

Eigen-PR

Zumindest in Sachen Eigen-PR hat es der Kärntner zu wahrer Meisterschaft gebracht. Armin Assinger moderiert Montagabend zum ersten Mal die ORF-"Millionenshow". Für diesen Karriereschub waren seine mäßig erfolgreichen ORF-Shows "Glück gehabt" und "Extrem" kaum verantwortlich. Viel eher schon seine Sprüche, die er als Kokommentator mit Robert Seeger anzubringen pflegt. Sätze wie "Der Hundling zagt uns, wo die Norweger den Most herhol'n" oder das geflügelt Wort "Do pfeif'n die Komantschn!" kommen beim Publikum gut an. Der 38-Jährige ohne falsche Bescheidenheit: "Wir sind die Besten."

Verletzungspech

Als Sportler war es dem gebürtigen Grazer in seiner aktiven Laufbahn zwischen 1984 und 1995 (Hauptdisziplin: Abfahrt) freilich nur viermal vergönnt, der Beste zu sein. Grund dafür war ein gediegenes Maß an Verletzungspech: Einen denkwürdigen Stern riss er am Lauberhorn 1989, danach musste er zwei Jahre pausieren. Nach acht Knieoperationen nennt Assinger heute je drei Titanschrauben pro Kniegelenk sein Eigen.

1995 verabschiedete er sich vom Profisport. Seither bewegt der Vater von zwei Kindern seine 1,90 Meter lieber mit Gattin Bettina auf dem Golfplatz.

Autor, Schirennläufer, Moderator

Beruflich pflegt der gelernte Gendarm sein Image als Naturbursch mit der "großen Klappe" (Slalomstar Benjamin Raich). Kommentiert er gerade nicht, schreibt er Bücher, spielt Motivationstrainer, wirbt für Hervis, Chrysler, Atomic, Fila und seine Heimatregion, das Nassfeld. Hartnäckige Verschwörungstheoretiker vermuten gar hinter dem "Millionenshow"-Engagement seinen Sponsor Raiffeisen, dessen Generalanwalt gerne mit der ORF-Spitze auf die Pirsch geht: Dem Showtrailer folgt mit schöner Regelmäßigkeit ein Lagerhaus-Werbespot mit dem Sportsmann.

"Schmähstad"

Über Assingers Salär für die "Millionenshow" schweigt sich der Küniglberg beharrlich aus, kolportiert werden 7000 Euro pro Sendung. Ein mageres Gehalt im Vergleich zu den 70.000 Euro seines deutschen Kollegen Günther Jauch. Als er von der Jobzusage als "Millionenshow"-Moderator via Telefon erfuhr, sei er erst "schmähstad" gewesen, erzählt Assinger. Eine "große Aufgabe", vergleichbar mit der Kitzbüheler Streif, "nur dass man sich dabei körperlich nicht weh tun kann". (Doris Priesching/DER STANDARD, Printausgabe vom 7./8. 9. 2002)

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    foto: der standard
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