Terrorermittlungen in Deutschland

9. September 2002, 12:06
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Nach Festnahme in Heidelberg bisher keine Hinweise auf El Kaida - Übernahme des Falles durch Bundesanwaltschaft weiter offen

Heidelberg/Karlsruhe - Die Staatsanwaltschaft hat im Fall des mutmaßlichen Bombenbauers von Heidelberg bislang keine konkreten Hinweise darauf, dass der 24-jährige Türke dem Terrornetzwerk El Kaida angehörte. Dies teilte eine Sprecherin der Heidelberger Staatsanwaltschaft am Montag mit. Ihren Angaben zufolge wurden in der Wohnung des Lagerarbeiters Chemikalien, mit deren Hilfe etwa 20 Kilogramm Schwarzpulver hergestellt werden könnten, fünf zur Herstellung von Rohrbomben geeignete Rohrstücke sowie ein Bild des mutmaßlichen Terroristenführers Osama bin Laden gefunden. Der in Deutschland geborene Türke und seine 23-jährige amerikanische Freundin sitzen wegen Verdachts der Vorbereitung eines Explosionsverbrechens in Haft.

Ob Generalbundesanwalt Kay Nehm die Ermittlungen übernehmen wird, ist nach Angaben einer Sprecherin der Bundesanwaltschaft noch offen. Dies hänge von den weiteren Ermittlungen ab. Voraussetzung für die Übernahme durch die Bundesanwaltschaft ist demnach der Verdacht der Bildung einer terroristischen Vereinigung mit mindestens drei Mitgliedern. Der im Haftbefehl geäußerte Vorwurf der Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens reiche allein für für die Übernahme des Verfahrens nicht aus, sagte die Sprecherin.

Der Türke plante nach bisherigen Vermutungen der Ermittlungsbehörden für den 11. September Anschläge auf US-Militäreinrichtungen und in der Heidelberger Innenstadt. Der "Spiegel" hatte berichtet, die US-Bürgerin türkischer Abstammung habe einer Freundin vor der Festnahme geraten, sich in den kommenden Tagen von dem US-Supermarkt fernzuhalten. Dort werde bald etwas passieren. Daraufhin habe die Bekannte die US-Militärpolizei gewarnt, die ihrerseits ihre deutschen Kollegen informierte.(APA)

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