Prag: Affäre Srba weitet sich aus

6. September 2002, 19:49
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Angebliche Agenten-Tätigkeit des tschechischen Spitzen-Diplomaten löst Geheimdienst-Krise aus

Prag - In Tschechien hat sich die Affäre um den in Untersuchungshaft sitzenden früheren Spitzendiplomaten Karel Srba zu einer Krise des militärischen Geheimdienstes ausgeweitet. Seit der Festnahme von Srba vor sechs Wochen seien von der Presse immer mehr Details über den Abschirmdienst veröffentlicht worden, sagte Verteidigungsminister Jaroslav Tvrdik am Freitag. Es gebe Anzeichen dafür, dass "bestimmte Kreise" die Affäre vor dem NATO-Gipfeltreffen im November in Prag zur Diskreditierung des Landes missbrauchen würden.

Die Zeitung "Mlada fronta Dnes" (Freitag-Ausgabe) berichtete unter Berufung auf entsprechende Akten, dass Srba selbst Agent gewesen sei. Der heute 43-Jährige sei noch vom kommunistischen CSSR-Geheimdienst auf einen Einsatz in Deutschland vorbereitet worden und habe einen gefälschten österreichischen Pass besessen, berichtete das Blatt. Im Juli war die Prager Journalistin Sabina Slonkova einem Mordanschlag entgangen, als dessen Auftraggeber Srba verdächtigt wird. Slonkova hatte Verwicklungen des Diplomaten in Bestechungsaffären aufgedeckt. (APA/dpa)

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