Leerstandsraten nehmen zu

6. September 2002, 19:24
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Bessere Vermietung erst ab 2004

Wien - Am europäischen Immobilienmarkt kommt es derzeit durch die anhaltende Krise der New Economy und der unsicheren wirtschaftlichen Großwetterlage zu steigenden Leerstandsraten. "Anlass zur Sorge bieten aktuell vor allem die deutschen Immobilienmärkte, insbesondere der Bürobereich", so Immobilienexperte Simon Martin von der britischen Curzon Capital Partners bei einem Pressegespräch der Immofinanz, die zu einem Achtel an Curzon beteiligt ist.

Kritisch schätzt Martin auch die Lage auf den größten spanischen Immobilienmärkten Barcelona und Madrid sowie in Amsterdam und der Londoner City ein. Der Höhepunkt der Leerstände soll laut Martin 2003 erreicht werden und dann jedoch gerade einmal die Hälfte der Höchststände des letzten Jahrzehnts erreicht haben. Ab 2004 rechnet der Immobilienexperte mit einem "rasanten Fallen" der Leerstände, da die Entwicklungsaktivitäten auf den Immobilienmärkten während der zurückliegenden Hochkonjunktur im Gegensatz zu den frühen Neunzigerjahren kaum Überhitzungstendenzen gezeigt hätten.

Leerstände

Zu deutlich steigenden Leerständen komme es derzeit in Deutschland in den vier wichtigsten Städten Berlin, Frankfurt, München und Hamburg. Dazu kämen in jeder Stadt spezifische Probleme. In München sorge die tiefe Krise der Medienbranche für höhere Leerstände, in Frankfurt reduzierten die Banken Arbeitsplätze und Nutzflächen, und in Berlin stünde dem enormen Bauboom aus der Zeit der Hauptstadteuphorie noch immer keine annähernd adäquate Nachfrage gegenüber. Auch sei in Deutschland ein enormer Mittelzufluss zu Immobilienfonds zu verzeichnen.

Allein im ersten Halbjahr 2002 habe dieser Zufluss ein Rekordniveau erreicht, das noch in keinem Gesamtjahr zuvor erzielt worden sei, sagte Martin. Dieser kräftige Mittelzufluss habe die Nachfrage nach Investmentobjekten und das Preisniveau weiter erhöht, wodurch ein Engagement jetzt äußerst riskant erscheine. Als besonders aussichtsreich werden Mailand und Rom bewertet. Beide Städte leiden unter einem akuten Mangel an Büroflächen mit internationalem Standard. Paris wiederum sei unter "defensiven" Gesichtspunkten interessant. Exzellente Chancen bietet für den britischen Immobilienexperten derzeit praktisch überall in Europa der Teilmarkt Logistikzentren. (APA)

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