Georgien und Russland uneinig über Rebellen-Bekämpfung

6. September 2002, 21:27
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Gemeinsames Vorgehen im Pankisi-Tal dementiert

Baku - Georgien hat am Freitag russische Angaben über ein gemeinsames Vorgehen beider Staaten gegen tschetschenische Rebellen auf seinem Territorium zurückgewiesen. "Ich bin überrascht. Es kann keine Rede sein von einem gemeinsamen Einsatz mit den Russen in der Pankisi-Schlucht", sagte der georgische Innenminister Koba Nartschemaschwili im georgischen Fernsehen.

Sein russischer Kollege Boris Grislow hatte zuvor erklärt, beide Länder hätten sich darauf geeinigt, in der Schlucht nach "internationalen Terroristen" und Mitgliedern von Gruppen zu fahnden, die sich dort versteckt hielten. Russland wirft Georgien seit langem vor, völlig unzureichend gegen grenzüberschreitend agierende tschetschenische Rebellen vorzugehen.

Nur Informationsaustausch

Ein Sprecher des georgischen Innenministeriums sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die beiden Staaten hätten lediglich vereinbart, Informationen auszutauschen. Möglicherweise würden ein oder zwei Mitarbeiter des russischen Innenministeriums in die Einsätze eingebunden. Von gemeinsamen Fahndungen könne jedoch keine Rede sein.

Russland hat Georgien vorgeworfen, nichts dagegen zu unternehmen, dass die Aufständischen von Georgien aus Vorstöße nach Tschetschenien unternehmen, das sich nach dem Zerfall der Sowjetunion vor über zehn Jahren für unabhängig erklärt hat. Russland vermutet unter den Rebellen auch Mitglieder der El-Kaida-Organisation des moslemischen Extremisten Osama bin Laden. (APA/Reuters)

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    Die russische Armee ist nun auch in Georgien präsent.

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