Frankreich wünscht sich weniger Pornographie im TV

6. September 2002, 18:23
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Grund sind die steigenden Sexualverbrechen unter Jugendlichen

Paris - Die meisten FranzösInnen haben die Nase voll von Sex im Fernsehen: Einer Studie zufolge würden drei Viertel der Frauen und etwas mehr als die Hälfte der Männer ein Verbot pornografischer Filme im Fernsehen begrüßen.

76 Prozent der Französinnen und 51 Prozent der Franzosen seien für ein Verbot, berichtete die Zeitung "Le Parisien" am Freitag unter Berufung auf die repräsentative Umfrage der Medienbehörde CSA. Auch das Familienministerium sprach sich für ein Verbot pornografischer Darstellungen im Fernsehen aus. "Das Fernsehen strahlt im Monat 950 gewalttätige oder pornografische Filme aus. Wir müssen diese Tendenz stoppen", sagte Familienminister Christian Jacob der Zeitung.

Viele Jugendliche könnten trotz Verschlüsselung die Filme sehen. Der Behörde zufolge wollen mehrere Kabelsender in Zukunft mehr pornografische Filme ausstrahlen, um die Zuschauerzahl zu erhöhen. Die neue konservative Regierung Frankreichs plant, Jugendschutzbestimmungen für Fernsehen, Videos und Internetseiten zu überprüfen.

Nachgespielte Gewaltszenen

Französische Medien haben kürzlich über eine steigende Zahl von Sexualverbrechen unter Jugendlichen berichtet. PsychologInnen zufolge spielen sie Gewaltszenen nach, die sie in pornografischen Filmen gesehen hätten. Besonders Politikerinnen haben sich schockiert gezeigt, mit welcher Gleichgültigkeit und Verachtung die Täter ihre Opfer behandelten. (APA/Reuters)

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