WAZ-Gesellschafter gegen Übernahme von Springer-Anteil

6. September 2002, 18:14
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Beschluss für Einstieg muss einstimmig fallen

Eine der Eigentümer-Familien der WAZ-Mediengruppe hat sich gegen den Einstieg des Konzerns beim Axel Springer Verlag ausgesprochen. Die Geschäftsführerin der Funke-Familien-Gesellschaft, Petra Grotkamp, teilte am Freitag in Essen mit, die Mehrheit der Funke-Stämme lehne derzeit einen Einstieg bei Springer "definitiv" ab.

Ein Einstieg bei Springer könne nur einstimmig beschlossen werden. Dies sei aber unter den gegebenen Umständen nicht zu erwarten. Die Funke-Gruppe besitzt mit dem Schubries-, dem Grotkamp und dem Holthoff-Stamm 50 Prozent der WAZ-Mediengruppe.

Ablehnung

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) hatte in ihrer Freitagsausgabe berichtet, der Schubries-Stamm habe sich bereits vor längerer Zeit gegen ein Engagement beim Springer Verlag entschieden. Maßgeblich für die Ablehnung seien die schwierige wirtschaftliche Situation des Springer Verlages, die Höhe des Kaufpreises und die Unsicherheit, ob man einen angemessenen unternehmerischen Einfluss bei Springer bekäme, schrieb die FAZ. Auch der Widerstand der Springer-Familiengesellschafter, mit der WAZ zu kooperieren, und die Vinkulierung der Aktien sprächen gegen den Einstieg. Hinzu kämen kartellrechtliche Bedenken. (APA/dpa)

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