"Standalone-Lösung für Postbus keine Alternative"

6. September 2002, 16:34
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Generaldirektor Vorm Walde: Ab 2004 Gewinne schreiben

Wien - ÖBB-Generaldirektor Rüdiger vorm Walde spricht von einem "Meilenstein im österreichischen Verkehrswesen". Der Bahnchef verteidigt die Übertragung: "Eine Standalone-Lösung für den Postbus wäre für die Zukunft keine Alternative gewesen", stellte der ÖBB-Generaldirektor vor Journalisten fest. Einen Namen für den Bahn-/Postbus gibt es noch nicht.

Die Bundesbahnen zahlen dem Vernehmen nach 116 Mill. Euro für den Postbus. Die Höhe des Kaufpreises entspricht etwa dem Eigenkapital des Unternehmens 2001. Bereits 2004 will Vorm Walde mit dem neuen integrierten Busunternehmen Gewinne schreiben.

Teilprivatisierung

Ob es im kommenden Jahr zu einer Teilprivatisierung des Unternehmens kommen werde, dazu meinte Vorm Walde am Freitag nach dem Vertrag in einer Aussendung, dass es "eine klare Vorgabe der Regierung" gebe. Die ersten Sondierungsgespräche werden unmittelbar nach der Kartellgerichtsentscheidung erfolgen. "Wir werden so rasch wie möglich mit den Gesprächen und Verhandlungen beginnen", so der ÖBB-Chef.

Die Regierung hat bereits im Mai eine Teilprivatisierung auf Grund wettbewerbsrechtlicher Bedenken vorgeschrieben. Diese Bedenken versuchte Vorm Walde aber am Freitag zu entkräften: "Die Integration der beiden im Eigentum und unter der Leitung des Bundes stehenden Unternehmen findet in einem Bereich statt, wo es nach dem Willen des Gesetzgebers keinen Markt gibt und somit auch keine Marktbeherrschung möglich ist", meint Vorm Walde, der daher "von einem positiven Ergebnis der Kartellrechtsprüfung" ausgeht.

"Wirtschaftlich führen"

Die ÖBB würden das neue Unternehmen auf jeden Fall "wirtschaftlich führen". Synergien sollen ab Anfang 2003 gehoben werden, 2006 soll das volle Ausmaß der Synergiepotenziale geschöpft sein.

Geplant ist etwa der Abbau von parallelen Linienführungen: Insgesamt sollen dadurch fünf Millionen Buskilometer eingespart und 3,8 Millionen Kilometer ÖBB-Schienenverkehrsleistung im Nahverkehr durch Busse ersetzt werden, so der ÖBB-Plan. Zudem sollen laut Vorm Walde auch Einkauf, Fahrplan- und Dienstplanerstellung zusammengelegt werden und so die Verwaltungskosten auf 3 Prozent der Gesamtkosten reduziert werden. Geplant sind außerdem Vereinheitlichungen im Vertriebs- und Fahrscheinbereich. Außerdem sollen Standorte zusammengelegt und damit deren Zahl reduziert werden. (APA)

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