Widerstand gegen Ausverkaufskonzept der ÖIAG

6. September 2002, 17:51
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Betriebsräte: Staat soll Kernaktionärsrolle behalten

Wien - Ein am Freitag beim ÖIAG-Aufsichtsrat vom Vorstand vorgelegtes Diskussionspapier, das den Verkauf aller Beteiligungen und die Auflösung der ÖIAG im Jahre 2007 zum Inhalt haben soll, wird von Arbeitnehmerseite strikt abgelehnt. Die ÖIAG-Betriebsräte betonen in einer Aussendung, dass die ÖIAG an wichtigen Unternehmen und Konzernen die Rolle eines stabilisierenden Kernaktionärs behalten solle. Die Arbeiterkammer wandte sich gegen einen Ausverkauf heimischer Schlüsselunternehmen. Die Erhaltung starker Industriekerne sei eine Voraussetzung für den Wirtschaftsstandort und die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen.

Die Arbeitnehmervertreter sprechen sich für die Erhaltung und Weiterentwicklung sowie eine hohe Wertschöpfung in Österreich aus. Der Vorsitzende der ÖIAG-Betriebsräte, Helmut Oberchristl, dazu: "Die ÖIAG hat eine solche Rolle bis Ende 1999 innegehabt. Erst die heutige Bundesregierung hat sich dem totalen Abverkauf ohne Wenn und Aber und ohne Rücksicht auf mögliche Auswirkungen für die EU-Region Österreich, seine Wirtschaft, seinen Finanzmarkt und seine Bevölkerung auf die Fahnen geschrieben".

AK verlangt Beibehalt von Sperrminorität bei Schlüsselunternehmen

Die AK verlangt in ihrer Aussendung, dass die ÖIAG bei "Schlüsselunternehmen" mindestens die Sperrminorität behalten müsse. Die ÖIAG sollte von einer Privatisierungsholding in eine echte Beteiligungsgesellschaft mit klar definierten strategischen Zielsetzungen umgewandelt werden, der Staat sollte zum Halten von mindestens 25 Prozent plus einer Aktie verpflichtet werden.

Ein terminlich festgelegter "Zwangsverkauf" könnte fatale Folgen haben, verwies die AK auf den Börsegang der Telekom Austria im Jahr 2001, der ohne Rücksicht auf die damalige Kapitalmarktsituation erfolgt sei. (APA)

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