Mugabe erlaubt Einfuhr von Gen-Mais

6. September 2002, 15:48
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Simbabwe: Kraftprobe zwischen Farmern und Behörden am Wochenende

Harare - Der Präsident des südafrikanischen Staates Simbabwe, Robert Mugabe, will entgegen früherer Aussagen nun doch die Einfuhr von genetisch verändertem Mais in sein Land zulassen. Wie die staatlich kontrollierte Zeitung "Herald" am Freitag berichtete, vereinbarte Mugabe mit dem Chef des UN-Welternährungsprogramms (WFP), James Morris, den Import von 500.000 Tonnen Lebensmittelhilfe für das von einer Hungersnot bedrohte Simbabwe, darunter auch gen-manipulierten Mais.

Noch am Montag hatte Landwirtschaftsminister Joseph Made den Import von Gen-Mais strikt ausgeschlossen. Mugabe selbst hatte derartige Hilfslieferungen vor dem Weltgipfel in Johannesburg ebenfalls scharf verurteilt und den Amerikanern vorgeworfen, an den Simbabwesen "experimentieren" zu wollen. Seine "revolutionäre" Landreform - bei der weiße Farmer von ihren Höfen vertrieben wurden - würde bald die Produktion von Mais-Überschuss erlauben. Fast die Hälfte der 13,5 Millionen Simbabwesen sind zur Zeit von einer Hungersnot bedroht, die nur teilweise auf die Dürre in der Region zurückzuführen ist.

Kraftprobe am Wochenende

Nach Informationen der Farmer-Organisation "Gerechtigkeit für Landwirtschaft" (JFA) droht an diesem Wochenende eine Kraftprobe zwischen den noch auf ihren Höfen sitzenden weißen Landwirten und Mugabes Behörden. Die Polizei habe Anweisung erhalten, alle weißen Farmer festzunehmen, die nicht bis Sonntagabend verschwunden seien. Ihr Hab und Gut würde dann konfisziert und versteigert, heißt es in einer von JFA-Sprecherin Jenni Williams verbreiteten Erklärung.

Für knapp 3000 weiße Farmer war vor kurzem ein 90-tägiges Ultimatum zum Verlassen der Höfe abgelaufen, das jedoch fast 60 Prozent von ihnen missachtet hatten. Daraufhin waren fast 200 Landwirte festgenommen worden. (APA/dpa)

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