Miro-Erben ziehen Kunstwerke ab

6. September 2002, 14:53
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Streit um Stiftungsführung mit der Stadtverwaltung Palma de Mallorcas

Palma de Mallorca - Im Streit mit der Stadtverwaltung um die Führung der Joan-Miro-Stiftung in Palma de Mallorca haben die Erben des spanischen Künstlers angekündigt, ihre Werke aus dem dazugehörigen Museum abzuziehen. Sie reagierten damit nach Presseberichten vom Freitag auf die Entscheidung der Stadt, den langjährigen Stiftungsdirektor Aurelio Torrente zu entlassen.

Stattdessen übernahm die für Kultur zuständige Stadträtin Carme Feliu die Leitung der Institution. Das 1990 von Rafael Moneo erbaute Museum für Miro (1893-1983) muss somit künftig auf 23 seiner besten Werke verzichten, darunter die Bronzeskulptur "Maternidad" (Mutterschaft) und das Gemälde "La nuit".

Die Miro-Erben warfen der Stadt vor, die Unabhängigkeit der Stiftung torpedieren und diese stattdessen unter ihre Kontrolle bringen zu wollen. Im Rathaus hieß es dagegen, Torrente sei nach Protesten gegen seinen autoritären Führungsstil auf Bitten der Mitarbeiter abgesetzt worden. Die Stadt bot den Posten dem Miro-Enkel Joan Punyet an, doch dieser lehnte ab. Wo die entfernten Werke künftig ausgestellt werden sollen, steht noch nicht fest. (APA/dpa)

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