Forschungsreform: FFF gegen GmbH-Lösung

6. September 2002, 14:51
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FFF-Chef Günter Kahler wünscht sich gesamte Forschungsförderung in einem Ressort

Wien - Gegen eine Zusammenlegung mit dem Innovations- und Technologiefonds (itf), der Österreichischen Weltraumagentur (ASA) und der Technologie Impulse Gesellschaft (TIG) in eine gemeinsame "Forschungs-Service-GmbH" sprach sich der Geschäftsführer des Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft (FFF), Günter Kahler, gegenüber der APA aus. Eine "unvollständige und überhastete" Umstrukturierung hätte nicht bedachte Konsequenzen.

So wäre durch die komplizierte Finanzierungssituation des FFF - die Projekte werden nur zum Teil finanziert, den Rest müssen die Betriebe selbst beisteuern - ohne ausreichende Vorbereitung ein Stillstand von Förder- und Auszahlungsentscheidungen von bis zu einem Jahr realistisch und zu befürchten, so Kahler. Dabei sei gerade jetzt eine verstärkte Forschungsförderung für die Wirtschaft dringend nötig. Angesichts der verlangsamten Konjunktur könnten Firmen mit entsprechender Unterstützung, anstatt hoch qualifizierte Mitarbeiter zu kündigen, längst fällige Entwicklungsprojekte angehen. Neben dem Nutzen der Forschungen für die Firmen würde die öffentliche Hand weiterhin Lohnsteuer der für die Forschung weiter beschäftigen Mitarbeiter kassieren und damit Arbeitslosengeld einsparen.

FWF ausgespart

Tatsächlich liegen beim FFF derzeit Anträge "in noch nie gekannter Anzahl" vor. Der Fonds habe im Rahmen seiner Quartalsbudgetierung zwar durchaus noch Mittel zur Verfügung. Diese würden allerdings für die ungewöhnlich hohe Nachfrage nicht ausreichen, so Kahler.

Der Präsident des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF), Arnold Schmidt, zeigte sich gegenüber der APA "froh, dass von der Rekonstruktion der Förderlandschaft der FWF nicht betroffen ist". Er verstehe, dass eine Zuordnung des Fonds zum Bildungsministerium derzeit nicht möglich sei. Dies wäre aber eine Sache, die in der nächsten Legislaturperiode angegangen werden sollte - und zwar als Teil einer völlig neuen Kompetenzverteilung, die die gesamte Forschungsförderung mit den Unis in einem Ressort konzentriere, forderte Schmidt. (APA)

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