Westenthaler attackiert Stadler

6. September 2002, 17:56
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FP-Klubobmann im STANDARD-Gespräch: Volksanwalt gehe mit Pumpgun gegen Lieblingsfeindin vor - "Vollste Loyalität zu meiner Chefin"

Wien - "Für Ewald Stadler ist nur wichtig, dass seine Lieblingsgegnerin, Susanne Riess-Passer, von der politischen Bildfläche verschwindet - auch wenn dabei die Regierungsbeteiligung und damit die FPÖ selbst in den Abgrund fährt. Das ist ihm egal." Mit einer demonstrativ martialischen Sprache reagierte FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler am Freitag im STANDARD- Gespräch auf die jüngsten Aussagen von FPÖ- Volksanwalt Stadler, den er offen als Speerspitze "jener dunklen Kräfte, die putschen wollen", anspricht. "Stadler geht, getrieben von persönlichen Rachegelüsten, mit der Pumpgun auf das erfolgreiche Regierungsprojekt los, weil er nicht selbst Teil davon ist. Er vergisst aber, dass es sich um das Projekt Jörg Haiders handelt", sagt Westenthaler.

Stadler, FPÖ-Vizeobmann in Niederösterreich, ritt erneut eine Attacke gegen Riess-Passer, die ihn übrigens als Volksanwalt vorgeschlagen hat: "Das hat früher schon einmal eine andere Dame probiert, die heute in der politischen Bedeutungslosigkeit verschwunden ist", meinte er, auf Heide Schmidt anspielen zu müssen.

Aus Sicht Westenthalers peilt Stadler den umgekehrten Weg an - zurück auf die große Bühne: "Man kann sich ausdenken, dass es beim Rücktritt eines Regierungsteams auch Lücken zu füllen gibt. Da kann man Kriegsgewinnler sein."

Ob Stadler auf seinen, Westenthalers, Sessel als Klubchef, schiele? "Nein, der will Minister werden. Das zeigt ja auch ein gerüttelt Maß an Realitätsverlust. Und wenn das nicht klappt, ist er dann halt Klubchef, das ist schon klar." Sein eigenes politisches Schicksal bindet Westenthaler untrennbar an Riess-Passers: "Ich bin stellvertretender Parteivorsitzender und hab’ als solcher natürlich vollste Loyalität zu meiner Chefin." Ist sie weg, ist er es auch. (Lisa Nimmervoll/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7./8.9.2002)

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    Waren das Zeiten! Damals in Pörtschach! ThumbsUp hieß es da noch. Jetzt nicht mehr. Westenthaler attackiert Stadler auf Grund seiner Attacken gegen die Vizekanzlerin, deren Schicksal der FP-Klubchef mit seinem verbindet.

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