Tanzquartier Wien startet in die zweite Saison

6. September 2002, 14:13
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Wien - "Experimentierfreudig, risikobereit und offen", das ist der Kurs, den Sigrid Gareis als Leiterin des Tanzquartiers Wien (TQW) auch in ihrer zweiten Saison fortsetzen will. Zufrieden mit der vergangenen Spielzeit zeigte sich im Rahmen der Programm-Pressekonferenz auch Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, insbesondere was die internationale Vernetzung und die Reaktionen aus dem Ausland betrifft. Auf seine Anregung hin gibt es im Oktober ein zweitägiges Forum für ganz junge Wiener ChoreografInnen. Bei der Produktionstätigkeit des TQW liegt der Schwerpunkt 2002/03 auf lokalen Koproduktionen.

Nach dem abgeschlossenen Aufbau des Hauses will man sich nun ganz auf die künstlerische Arbeit konzentrieren. Ausgebaut werden sollen Themenschwerpunkte, die in der kommenden Saison "Tanz und Politik", "Sexuelle Identität" und "Tanz und zeitgenössische Musik" heißen. Ein zweiwöchiger Eröffnungszyklus (18. bis 26. September) soll einen exemplarischen Querschnitt für die Arbeit der Gesamtsaison bieten.

Programm

Den Auftakt macht das multimediale Projekt "Moving Gallery_02" der österreichischen Formation Pilottanzt ab 18.9. im Haupthof des Museumsquartiers. Am 19.9. lädt Saskia Hölbling zu einer offenen Probe ihres gemeinsam mit der Wiener Taschenoper erarbeiteten Tanz- und Musikprojekts über Luciano Berio und Claudio Monteverdi, das im November bei "Wien modern" in der Halle G gezeigt werden soll. Am 20.9. startet eine Eröffnungsparty mit Julius Deutschbauer und Gerhard Spring. Am 21.9. stellt sich im Rahmen eines Open Labs der Rumäne Manuel Pelmus als neuer Artist in Residence vor. Und ab 24.9. zeigen Meg Stuart und die Compagnie Damaged Goods die österreichische Erstaufführung ihres neuen Stücks "Alibi".

Als Uraufführungen angekündigt sind ein geteilter Abend von Milli Bitterli und Liz King in einer Koproduktion mit dem Tanztheater Wien (ab 10.10.), "Bloody Drops of Happiness" von "Bilderwerfer" (ab 21.11.), "Physik" von "Hygiene Heute" (ab 12.12.), Produktionen von Michael Klien (ab 18.12.), Philipp Gehmacher (ab 27.3.), Barbara Kraus (im April), Asta Gröting und Tim Etchells (ab 6.3.), Rose Breuss und Wolfgang Suppan (ab 14.3., in Kooperation mit dem Klangforum Wien für das Festival Hörgänge) sowie für Herbst 2003 eine Arbeit des Tanztheater Homunculus.

Als Gastproduktionen mit österreichischen Erstaufführungen kommen neben Meg Stuart die französische Groupe D.A.C.M. (ab 3.10.), die Belgierin Christine De Smedt von Les Ballets C. de la B. (ab 31.10.), die kanadische Cie. Daniel Leveille (ab 14.11.) und Jan Fabre (ab 20.3.). Zu einer geplanten Reihe von Projektarbeiten zählt ein "Lebendiger Adventkalender" von Hubsi Kramar. Im Theorie-Bereich finden u.a. im Herbst Vortragsreihen zu europäischen Förderstrukturen statt, für den Research-Bereich ist u.a. Mark Tompkins mit einem Open Lab (ab 13.2.) angekündigt. Die Leitung des Trainingsbereich übernimmt von Milli Bitterli, die in die Kuratorenschaft wechselt, die Tänzerin Ingrid Reisetbauer. (APA)

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