USA sollen Beweise gegen den Irak haben

6. September 2002, 14:12
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Ex-Chefinspektor Butler fordert Ultimatum im UNO-Sicherheitsrat

Sydney - Irak ist nach Einschätzung des ehemaligen Chefs der UNO-Rüstungsinspektoren, Richard Butler, im Besitz von Massenvernichtungswaffen. Er sei sich sicher, dass auch die US-Regierung Beweise dafür habe, sagte Butler am Donnerstagabend im australischen Fernsehen. Butler forderte die US-Regierung auf, ihre Beweise zu veröffentlichen und der Irak über den UNO-Sicherheitsrat ein Ultimatum zu stellen: Das Land müsse diese Waffen vernichten oder militärische Konsequenzen in Kauf nehmen. Butler sprach sich damit gegen einen Alleingang der USA gegen den Irak aus.

Butler sagte, die Waffen seien angesammelt worden, seit er und seine Waffeninspektoren 1998 das Land verließen. "Er (der irakische Staats- und Regierungschef Saddam Hussein) hat diese Waffen, und er hat mehr davon in den letzten vier Jahren hergestellt, seit er die Inspektoren aus dem Land geworfen hat. Daran gibt es für mich keinen Zweifel." sagte Butler dem Sender SBS.

Butler sagte weiter, wenn den USA Beweise für irakische Massenvernichtungswaffen vorlägen - wovon er ausgehe -, müssten diese veröffentlicht werden. "Sie müssen dem Irak sagen: Vernichtet diese Waffen und lasst Inspektoren ins Land, oder wir kommen und nehmen euch diese Waffen weg. Das wäre kein Präventivschlag, das wäre ein legales Vorgehen."

Butler widersprach US-Vizepräsident Richard Cheney, der eine Rückkehr der Waffeninspektoren in den Irak sinnlos genannt hatte. Cheney habe dies nur gesagt, um einen Angriff zu rechtfertigen. Die Waffeninspektoren hätten ihre Kontroll-Techniken in den letzten vier Jahren sogar noch verbessert. Inspektionen wären notwendig, um genau zu erfahren, welche Waffen der Irak angesammelt habe.

Er bezog sich offenbar auf biologische und chemische Waffen; denn er sagte auch, es gebe Beweise dafür, dass die irakische Führung erneut nach Atomwaffen strebe. Er habe Luftaufnahmen eines Ortes gesehen, an dem irakische Wissenschaftler zusammengekommen seien, um die Arbeit an Atomwaffen wieder aufzunehmen. Er nannte keine Einzelheiten.(APA/Reuters)

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