Gruppe 80 mit neuem Sasion-Thema: Biografien

6. September 2002, 14:04
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Wien - Biografien und Lebensläufe sind das übergeordnete Thema der kommenden Saison im Wiener Theater Gruppe 80. "Das hat sich so ergeben", erklärt Prinzipalin Helga Illich, die gemeinsam mit Hausherr Helmut Wiesner am Freitag den Spielplan der Presse vorstellte. Eröffnet wird die Spielzeit am Dienstag (10.9.) mit Jean-Paul Sartres "Geschlossene Gesellschaft" in der Regie von Klaus Fischer mit Fischer, Gabriele Hütter, Ariane Payer und Alexander Lhotzky.

Neben vier weiteren Neuinszenierungen bringt die neue Saison auch eine Reihe von literarisch-musikalischen Programmen. So wird im November Hermann Beil seinen bereits am Berliner Ensemble präsentierten Leseabend von Thomas Bernhards "Der Stimmenimitator" zur musikalischen Begleitung von Claus Riedl zeigen. Am 22. November hat Steven Mallatratts "Die Frau in Schwarz" in der Regie von Erhard Pauer Premiere, ein mysteriöses Zweipersonen-Stück Theater im Theater, bei dem auf einer Probebühne ein Stück Vergangenheit mit kriminalistischen Verwicklungen enthüllt wird.

"Disco (ergo sum)"

Gruppe 80 goes Disco heißt es ab 10. Jänner 2003: Nach einer Idee von Helmut Wiesner und davon ausgehend, dass Disco von Diskurs kommt, entwickeln die vielseitige Künstlerin Amina Handke und der Wiener Autor und Regisseur David Schalko mit dem Ensemble einen "szenischen Diskurs" zwischen Clubabend und Theater. "Disco (ergo sum)" nennt sich das drei Mal wöchentlich stattfindende ungewöhnliche Stück, bei dem Texte, Bilder, Szenen, Musik und Multimedia collagiert werden und das Publikum sich auch auf der Bühne wiederfinden wird.

Von 28. Oktober bis 16. November präsentiert der Schauspieler Wolfram Berger insgesamt fünf verschiedene Programme, darunter eine Karl Valentin-Solo, "Jandln" mit Wolfgang Puschnig und Jon Sass und den Adolf Wölfli-Abend, mit dem er bereits im Burgtheater-Casino begeisterte.

Am 29. und 30. November wird das Haus der Albert Drach Gesellschaft zur Verfügung gestellt, die dort ein Festival zum 100. Geburtstag des österreichischen Dichters veranstaltet, mit Filmen, szenischen Lesungen, Vorträgen, Diskussionen und Pilzgulasch.

Innerhofer und Frisch

Den Lebenslauf einer Mitläuferin in der Nazizeit inszeniert Heinz Schwarzinger mit "Die Geschichte der Hanna R." nach dem Monolog "Die Scheibtruhe" von Franz Innerhofer. Helga Illich wird die Frau spielen, Premiere ist am 28. März. Das noch vor Innerhofers Tod fixierte Projekt ist nun auch eine Art Gedenkveranstaltung. Die letzte Premiere der Saison und zum Thema schließlich ist Max Frischs "Biografie" in der Regie von Klaus Fischer (Premiere am 15. Februar).

Mit den Wiener Festwochen ist man im Gespräch über Wolfgang Bauers "Ein fröhlicher Morgen beim Friseur", das Wiesner im Frisiersalon des Wiener Szene-Coiffeurs Er-Ich inszenieren möchte. Und Silvester wird auch heuer wieder, bereits zum zehnten Mal, mit einem Gruppe 80-Klassiker begangen: mit Ernst Jandls "die humanisten", den "Kopfenstücken" zweier Nobelpreisträger, deren Kunstdiskussion in "ein Sackengassen" mündet. (APA)

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