Neuer Test bei Gelenkentzündungen

14. September 2002, 19:33
posten

Bakterielle Erreger künftig schneller nachweisbar

Hannover - Mit einem neuen Testverfahren können Ärzte künftig bakterielle Erreger von Gelenkentzündungen schneller nachweisen. Das molekularbiologische Verfahren basiert auf der so genannten Polymerasenkettenreaktion (PCR) und kann in Gelenken selbst kleinste Mengen vitaler Erreger schnell und zuverlässig ermitteln. Dies war bisher nur über Speziallabors möglich.

Etwa ein Drittel aller Gelenkentzündungen geht auf eine so genannte reaktive Arthritis zurück, die durch Bakterien wie Chlamydien oder Borrelien verursacht wird. Die Diagnose dieser Erkrankungen war bisher schwierig, weil sich die im Gelenk befindlichen Erreger nicht anzüchten lassen. Auch der Nachweis über Blutuntersuchungen ist problematisch, weil er keine zuverlässige Unterscheidung zwischen einer früheren und einer aktuellen Infektion erlaubt.

Standardisierte Tests

Rheumatologen aus Hannover gelang es nun, verschiedene PCR-Tests für Chlamydien zu standardisieren, parallel dazu standardisierten Berliner Mediziner einen Borrelien-Test. Voraussichtlich schon im kommenden Jahr kann jeder Arzt, der Gelenke punktiert, Gelenkflüssigkeit oder Gelenkinnenhaut zum Nachweis häufiger Arthritiserreger in ein Referenzlabor einschicken. Zur Diagnostik genügt ein Milliliter Gelenkflüssigkeit oder ein stecknadelgroßes Stück Gelenkinnenhaut.

Ein PCR-Test kostet etwa 16 Euro, nach zwei bis drei Tagen erhält der Arzt das Ergebnis. Der schnelle Nachweis hat zumindest bei den Borrelien unmittelbare therapeutische Konsequenzen, weil der Mediziner dann sofort die notwendige antibiotische Therapie einleiten kann. (APA/AP)

Share if you care.