Sensibilisierung für Allergie schon im Mutterleib?

8. September 2002, 17:00
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Einfluss des Immunsystems auf die Schwangerschaft allerdings erst ansatzweise bekannt

Jena - Wenn die Mutter in der Schwangerschaft allergisch auf bestimmte Stoffe reagiert, bekommt auch der Embryo etwas davon mit. Nach Erkenntnissen des Immunologen Udo Markert von der Universität Jena wird das Ungeborene über den Organismus der Mutter mit den Substanzen konfrontiert, die eine Allergie auslösen.

"Botenstoffe aus dem mütterlichen Immunsystem legen dabei die Grundlage dafür, dass das Kind mit einer erhöhten Anfälligkeit für allergische Reize zur Welt kommt", sagte Markert. Allerdings sei der Einfluss des Immunsystems auf die Schwangerschaft erst ansatzweise bekannt. Wenn man erst einmal genau verstehe, welche Rolle das Immunsystem der Schwangeren zum Beispiel bei einem bestimmten Typ von Fehlgeburten spiele, könne man auch lernen, wie solche Fehlgeburten verhindert werden könnten, erläuterte der Wissenschafter.

Bisher sei das Entstehen von Allergien im Zusammenhang mit erblichen Faktoren und Umwelteinflüssen begründet worden. Allerdings sei schon früher aufgefallen, dass bei Allergikern häufiger die Mütter als die Väter ebenfalls unter einer Allergie litten, was gegen eine reine Vererbungs-These spreche, sagte Markert.

Noch sei aber nicht vollständig geklärt, warum der Körper plötzlich überempfindlich auf harmlose Stoffe wie Pollen, Tierhaare oder Obst reagiere. Markert leitet eine internationale Tagung zum Thema Immunität und Schwangerschaft, die derzeit in Weimar stattfindet. (APA/AP)

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    Die Sensibilisierung für Allergien könnte schon im ungeborenen Zustand erfolgen.

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