Al Jazeera: Al-Qa’ida bekennt sich zu Anschlägen

6. September 2002, 15:30
6 Postings

Arabischer Fernsehsender interviewte zwei hochrangige Mitglieder der Terrororganisation, darunter die Nummer eins der FBI-Fahndungsliste

Dubai - Dem arabischen Fernsehsender Al Jazeera liegt nach eigenen Angaben ein Geständnis zweier El-Kaida-Mitglieder vor, wonach die Terrororganisation die Anschläge in den USA vom 11. September verübt hat. In einem am Donnerstag ausgestrahlten ersten Teil einer Dokumentation des Senders hieß es, die beiden Männer seien in Karachi in Pakistan interviewt worden. Im zweiten Teil am kommenden Donnerstag seien erstmals direkte Geständnisses zu sehen, wie die Organisation des Moslem Extremisten Osama bin Laden die Anschläge geplant und ausgeführt habe, sagte der Journalist Josri Fuda, der das Interview geführt hatte.

Vertreter Al-Qa’idas hatten die Anschläge als von Gott gesegneten Teil eines heiligen Krieges begrüßt, sich bisher aber nicht zu den Attentaten bekannt.

Mitbewohner von Atta

Die beiden angeblichen Al-Qa’ida-Mitglieder wurden in dem Bericht als der im Jemen geborene Ramzi bin el Shaibah und Khaled el Sheikh Mohammad bezeichnet. Shaibah habe bis wenige Tage vor den Attentate mit Mohamed Atta, einem der 19 Luftpiraten der September-Anschläge, in Hamburg zusammen gewohnt, sagte Fuda.

Das Interview sei von einem Verbindungsoffizier Al-Qa’idas organisiert worden, den der Sender als Abu Bakr bezeichnete. Er sei von gut geschulten Männern über Umwege durch die Stadt in ein Appartmenthaus gebracht worden, wo er Shaibah und Mohammad getroffen habe, sagte Fuda. Al Jazeera hat bereits mehrfach Filmmaterial von Bin Laden und El Kaida ausgestrahlt.

"Top Secret"

In der Dokumentation mit dem Titel "Top Secret" wurden die Gesichter Ramzis und Mohammads nicht gezeigt. Die Bilder zeigten einen Mann, barfuß und mit einem traditionellen pakistanischen Gewand gekleidet. Zudem war der Hinterkopf und Teile des Profils eines anderen Mannes mit schwarzem Bart und schwarzem Haar und dunkler Hautfarbe zu sehen.

Die US-Bundespolizei FBI zählt Mohammad zu den von ihr am meist gesuchtesten Terroristen und hat eine Prämie von 25 Millionen Dollar für Hinweise ausgesetzt, die zu dessen Ergreifung führen. Mohammad werde wegen einer Verschwörung gegen US-Fluggesellschaften auf den Philippinen 1995 gesucht, hieß es auf FBI-Website. Eine Verbindung Mohammads zur Al-Qa’ida zieht das FBI auf seiner Internet-Seite nicht. Shaibah taucht auf der Fahndungsliste auf der FBI-Website nicht auf.(APA/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ramzi Mohamed Abdullah Binalshibh (L) und German Said Bahaji (R)

Share if you care.