Joschka Fischer vor Wahl optimistisch

6. September 2002, 13:51
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Deutscher Außenminister: "Der Wind hat sich gedreht"

Freiburg - Der deutsche Außenminister Joschka Fischer sieht der Bundestags-Wahl am 22. September optimistisch entgegen. "Die Stimmung hat sich deutlich für uns gedreht", sagte Fischer als Spitzenkandidat der Grünen. "Der Trend stabilisiert sich." In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ging Fischer fest davon aus, dass die Grünen hinter den beiden großen Volksparteien SPD und CDU/CSU auf den dritten Platz kommen. "Der Wind hat sich gedreht", sagte er. "Die Leute begreifen doch, es ist eine sehr ernste Entscheidung am 22." Er rechne auch mit einer hohen Wahlbeteiligung.

Fischer kündigte an, in den letzten zwei Wochen vor der Wahl die personelle Alternative herauszustellen: "Will man in schwieriger wirtschaftlicher und vor allen Dingen auch außenpolitischer Lage einem Stoiber und einem Westerwelle das Steuer unseres Landes in die Hand geben? Oder soll die Regierung Schröder - Fischer weitermachen." Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber verspreche die Politik des früheren CDU-Kanzlers Helmut Kohl "ohne Kohl".

Fischer äußerte in dem dpa-Interview die Erwartung, dass Rot-Grün die Mehrheit verteidigen kann. Er sehe nicht, wie das mit einer "Ampel"-Koalition von SPD, Grünen und FDP funktionieren solle, "und mit der PDS sehe ich das erst gar nicht". Er erwarte auch, dass viele wieder zurückkämen, die wegen des Ja der Grünen zu militärischen Friedenseinsätzen zur PDS abgewandert seien.

Nach einem Wahlsieg bleibe der Kampf gegen den internationalen Terrorismus "eine gefährliche und große Herausforderung". Zugleich werde die gerechte Gestaltung der Globalisierung stärker in den Vordergrund rücken. Notwendig werde eine neue Weltwirtschaftspolitik, die vor allem Verlässlichkeit für Investitionen garantiere.

Fischer nannte das Amt des Außenministers "eines der schönsten, das die Bundesrepublik Deutschland zu vergeben hat", auch wenn es "verzehrend und erschöpfend" sei. Er mache sich keine Gedanken darüber, was irgendwann danach komme: "Dann geht das Leben weiter, hoffe ich." Er denke nicht über irgendwelche anderen Aufgaben nach.(APA/dpa)

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