Telecom Italia-Chef rühmt erfolgreichen Sanierungsplan

6. September 2002, 11:32
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Zweijähriger Entwicklungsplan neun Monate früher fertig

14 Monate, nachdem er an der Spitze des Reifen- und Kabelherstellers Pirelli die Telecom Italia (TI) übernommen hat, feiert TI-Chef Marco Tronchetti Provera die Erfolge seines Sanierungsplans, der die Eindämmung der Konzernschulden ermöglicht hat. Die Ziele des zweijährigen Entwicklungsplans, der Veräußerungen nicht-strategischer Beteiligungen im Wert von 5 Mrd. Euro und Kosteneinschnitte von 1 Mrd. Euro vorsah, seien mit Monaten Vorsprung gegenüber der Erwartungen erreicht worden, so Tronchetti Provera in italienischen Medien am Freitag.

690 Millionen Euro für Mobilkom

Unter den Firmenverkäufen war auch die Sperrminorität der Italiener an der Telekom Austria (TA)-Mobilfunktochter Mobilkom. Die TI hat ihre Mobilkom-Anteile, wie berichtet, Anfang Juni für 690 Mill. Euro an die TA abgetreten. Auch für die TA selbst hat sich die TI im Zuge des Deals das Ausstiegsrecht gesichert und dafür weit reichende Mitspracherechte abgegeben. Der Zeitpunkt, wann die TI aber tatsächlich ihren 29,8-prozentigen Anteil an der TA über die Börse abgeben wird, ist aber noch offen.

"Gesundes Unternehmen mit engagiertem Management"

Tronchetti Provera betonte zuletzt, dass die TI keine Eile beim Ausstieg aus der TA hat. "Das Unternehmen ist gesund, stützt sich auf ein junges, engagiertes Management, hat mittlerweile eine sehr niedrige Verschuldung und eine starke Verwaltungseffizient", betonte Tronchetti Provera im Interview mit der Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" (Freitagsausgabe).

Vergleich bestärkt

Telecom Italia sei zu Europas führender Gesellschaft im Telekommunikationsbereich aufgerückt und ein Konzern geworden, der auf entscheidende Weise zur Modernisierung Italiens beitrage. "Unsere Stärkung ist noch offensichtlicher, wenn wir uns mit den größten europäischen Konkurrenten vergleichen", so der TI-Chef.

ADSL in Italien

Als Ziele für die nächsten Monate nannte der Tronchetti Provera die Entwicklung des ADSL-Systems in Italien, die Stärkung der TI-Position in Griechenland und in der Türkei, sowie die Einführung von GSM-Mobilfunk auf dem brasilianischen Markt.

Gleichzeitig dementierte Tronchetti Provera am Freitag Mediengerüchte, denen zufolge ein weiterer Partner in die Telecom-Mutter Olimpia einsteigen könnte, Derzeit wir die Holding von Pirelli und vom Bekleidungskonzern Benetton kontrolliert. Olimpia habe keine Schuldenprobleme, die Struktur der Gesellschaft sei solide, daher sei kein weiterer Partner notwendig. Auch eine Vereinfachung des "Schachtelsystems", über das Olimpia Telecom Italia kontrolliere, sei vorerst nicht geplant.(APA)

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    TI-Chef Marco Tronchetti Provera feiert die Erfolge seines Sanierungsplans

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