Tipps für die Internet-Suche nach Gesundheitsinformationen

6. September 2002, 10:48
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"100prozentige Heilungsrate" sollte misstrauisch machen

Auf der Suche nach Gesundheitsinformationen im Internet können Patienten mit einfachen Mitteln schwarze Schafe von seriösen Anbietern unterscheiden. "Bereits bestimmte Signalwörter auf Internetseiten wie '100prozentige Heilungsrate' sollten Surfer skeptisch machen", sagt der Bochumer Medizinethiker Peter Schröder.

Glaubwürdigkeit durch Transparenz

Als seriös gelten nach seinen Angaben Homepages, die die genauen Quellen ihrer aufgeführten Informationen sowie die genaue Anschrift des Homepage-Erstellers benennen. Auch der Hinweis, von wem eine Gesundheits-Homepage finanziert werde, zeige das Bemühen um Transparenz und mache die Gesundheitsinformationen eher glaubwürdig.

Medizin-Gütesiegel

Damit der Laie die Qualität der Homepage besser einschätzen könne, biete sich ein Medizin-Gütesiegel an. "Allerdings müsste der Verbraucher über seriöse Gütesiegel erst einmal aufgeklärt werden", sagt Schröder. Derzeit werde im Rahmen eines von der EU finanzierten Projektes das Gütesiegel "Medcertain" entwickelt.

Qualitätskriterien fehlen

Geplant sei hier, dass dieses Gütezeichen nicht einfach in die Homepage selbst eingebaut werden könne. Vielmehr werde das Gütesiegel von der ausstellenden Organisation zum Surfer gesandt. Laut Schröder fehlt es derzeit noch an solchen Qualitätskriterien für Gesundheitsseiten im Internet, obwohl der Bedarf nach Informationen riesig ist.

Einer US-Studie zufolge suchen 75 Prozent der Internetnutzer zwischen 15 und 24 Jahren im Netz nach Gesundheitsinformationen. Diese laufen laut Schröder damit Musik mit 72 Prozent und Sportergebnissen mit 46 Prozent den Rang ab.(APA/AP)

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