Salzburger Ortsgruppe attackiert Landesführung scharf

6. September 2002, 10:07
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FPÖ-Führung setze sich über Parteibasis hinweg - Ruf nach Bezirks-Parteitag

Salzburg - Nach der Sitzung des erweiterten Salzburger FPÖ-Vorstandes am Mittwochabend wird Landesparteichef Karl Schnell heute, Freitag, Vormittag auch den Landtagsklub über die jüngsten innerparteilichen Ereignisse und insbesondere über die Ergebnisse des Sitzungsmarathons beim Bundesvorstand informieren. Druck kommt indes auch von der Parteibasis. Die Lamprechtshausener Ortsgruppe greift die Landespartei heftig an. Diese vertrete nicht die Basis und habe keine Gremien zur Meinungsbildung geladen. Die Einberufung eines Bezirkstages wurde angedroht.

Scharfe Worte fand die FPÖ-Ortsgruppe aus der Flachgauer Gemeinde Lamprechtshausen in einer Resolution. In diesem einstimmig beschlossenen Papier wird die Landespartei aufgefordert, "die Arbeit der freiheitlichen Bundesregierungsmitglieder nicht schlecht zu machen". "Die Behauptung der Unterschriftleistenden aus Salzburg, sie seien Vertreter der Basis, stimmt schon deswegen nicht, weil die überwiegende Mehrheit dieses Personenkreises bezahlte Mandatare sind, welche noch dazu die Führungsmannschaft der FPÖ Salzburg bilden", heißt es weiter.

Die Unterschriftleistenden seien "in ihrer Mehrheit nicht die Vertreter der Basis und schon gar nicht die Mehrheit". Eine Meinungsbildung sei von der FPÖ-Führung nicht gemacht worden, die Bezirks- und Landesleitung(en) seien zur Diskussion nicht geladen worden. "Dr. Jörg Haider, LH von Kärnten und einfaches Parteimitglied (diese zwei Worte wurden unterstrichen, Anm.) wird aufgefordert, sich ausschließlich auf die Tätigkeit als Landeshauptmann von Kärnten zu konzentrieren und sein Versprechen wahr machen, sich aus der Bundespolitik herauszuhalten."

"Sollte die Salzburger FPÖ-Landesführung nicht zur Vernunft kommen und weiterhin einen Keil in die FPÖ treiben, wird seitens der echten Basis aus Salzburg die Abhaltung eines Parteitages (Bezirk Land) gefordert und betrieben", heißt es schließlich in der Resolution.

Schnell war vorerst nicht erreichbar. Er ließ lediglich ausrichten, dass sich an seinen jüngsten Äußerungen nichts geändert habe. Man müsse zuerst die Aussprachen am Wochenende abwarten, dann werde man sich festlegen.(APA)

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