Niederlande: Irak-Angriff notfalls ohne UNO-Mandat

6. September 2002, 09:23
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Gewalt als äußerstes Mittel möglich - Wenn Saddam keine Waffeninspektoren ins Land lässt

Den Haag - Die niederländische Regierung will ein militärisches Vorgehen gegen den Irak nicht von vornherein ausschließen. Falls Saddam Hussein weiterhin Waffeninspektoren den Zugang zum Land verweigere, sei dies als äußerstes Mittel möglich, um der von Massenvernichtungswaffen ausgehenden Gefahr zu begegnen, sagte der christdemokratische Außenminister Jaap de Hoop Scheffer am Donnerstagabend im Parlament.

Eine neue Resolution des UNO-Sicherheitsrats als Mandat für ein etwaiges militärisches Eingreifen sei zwar wünschenswert, aber nicht unbedingt erforderlich, fügte der Außenminister in einer Eildebatte hinzu. Gleichzeitig betonte er, dass es vor einer Entscheidung über ein militärisches Eingreifen eine neue massive politische Offensive geben müsse.

Die Abgeordneten der Regierungskoalition unterstützten den Minister gegen Kritik linker Parteien. Die Regierung von Christdemokraten (CDA), Rechtspopulisten (LPF) und Liberalen verfügt im Parlament über 93 der 150 Mandate. Auch kleinere christliche Parteien sprachen ihre Unterstützung für die Regierungshaltung aus.(APA/dpa)

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