Ex-König Zahir verurteilt Anschläge scharf

6. September 2002, 08:10
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"Von außen importiert"

Kabul - Auch der frühere afghanische König Mohammed Zahir hat die Anschläge in seinem Land vom Donnerstag scharf verurteilt. Die Attentäter versuchten "nach wie vor die Demokratisierung des Landes zu stoppen und alle Bemühungen zu sabotieren, das Land aus der seit 23 Jahren anhaltenden Dunkelheit zu führen", sagte ein Sprecher des 87-jährigen Ex-Monarchen. Er unterstrich, die Anschläge hätten "nichts mit dem afghanischen Lebensstil zu tun". Vielmehr seien sie "etwas, das von außen nach Afghanistan importiert wurde".

Der afghanische Präsident Hamid Karsai ist nach dem Attentatsversuch nach Kabul zurückgekehrt. Er traf in der Nacht zum Freitag in der Hauptstadt ein. Das berichtete der britische Sender BBC. Am Donnerstag hatte Karsai in Kandahar im Süden des Landes knapp einen Anschlag überlebt. Ein Attentäter feuerte zwei Schüsse in den Wagen Karsais und verfehlte ihn nur um Zentimeter. Der neben Karsai sitzende Gouverneur von Kandahar wurde verletzt. Die amerikanischen Leibwächter Karsais schossen zurück. Der Angreifer und ein afghanischer Leibwächter kamen ums Leben.

Unmittelbar nach dem Anschlag zeigte sich Karsai ruhig und gefasst. "Ich rechne damit, dass solche Dinge passieren", sagte er. Die afghanische Regierung macht die Taliban und das Terrornetzwerk El Kaida für das Attentat und den Terroranschlag mit einer Autobombe verantwortlich, bei dem in Kabul 30 Menschen getötet wurden. (APA)

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