Keine Miss-World-Wahl mit Todesstrafe

7. Oktober 2002, 08:08
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Frankreich verweigert Teilnahme und verurteilt gesetzliche Exekutionen "wegen Ehebruchs" des GastgeberInnenland Nigeria

Paris - Aus Protest gegen die Todesstrafe für Ehebruch boykottiert Frankreich die Wahl der Miss World in Nigeria. Sylvie Tellier, die Jus-Studentin und diesjährige Miss France, werde nicht an dem Miss-World-Wettbewerb im Dezember teilnehmen, weil das Verhängen der Todesstrafe gegen nigerianische Frauen wegen Ehebruchs "nicht akzeptabel und barbarisch" sei, sagte am Donnerstag die Präsidentin des Miss-France-Komitees, Genevieve de Fontenay.

Sollte die Miss-World-Wahl von Nigeria in ein anderes Land verlegt werden, werde man die Entscheidung noch überdenken. Mitte August hatte ein islamisches Berufungsgericht im nordnigerianischen Futunda das Todesurteil gegen eine 30-jährige Frau bestätigt, der Ehebruch zur Last gelegt wird. Tellier ist Jura-Studentin und will Anwältin werden. Auch andere gekrönte Schönheiten, unter anderem aus Norwegen, Togo und der Elfenbeinküste, wollen die Veranstaltung in Nigeria boykottieren.

(apa)

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