Steinigungsurteil gegen Nigerianer verschoben

5. September 2002, 22:15
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Die Bundesregierung in Abuja lehnt die Scharia strikt ab...

Dutse - Das Revisionsverfahren gegen das Steinigungsurteil im Falle eines 54-jährigen Nigerianers ist um zwei Wochen verschoben worden.

Die Richter des Obersten Gerichtshofs von Dutse im Staat Jigawa vertagten am Donnerstag die erste Anhörung, weil die Staatsanwaltschaft den Angeklagten nicht in den Saal gebracht hatte. Die Ankläger müssten für die Anwesenheit des Beschuldigten sorgen, hieß es zur Begründung. Die Anhörung wurde auf den 18. September verschoben. Der Angeklagte sitzt derzeit in einem Gefängnis rund 200 Kilometer südlich von Dutse.

Sanusi Mohammed Baranda hatte im Mai vor Gericht zugegeben, eine Neunjährige vergewaltigt zu haben. Seine Verteidigung hält das Geständnis nach islamischem Recht für ungültig, weil der Mann nicht im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte sei. In den vergangenen zwei Jahren führten zwölf nigerianische Bundesstaaten das islamische Recht wieder ein. Die Bundesregierung in Abuja lehnt die Scharia jedoch strikt ab. (APA)

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