Molekulare "Kommunikation" beobachtet

9. September 2002, 21:02
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Neuartiges Mikroskop konnte Austausch von Lichtquanten registrieren

Zürich - Forscher der ETH Zürich haben erstmals zwei Moleküle beim "Sprechen" beobachtet. Dies wurde durch ein neuartiges Mikroskop ermöglicht, mit dem die Bestimmung der Position einzelner Moleküle mit hoher Genauigkeit möglich ist, wie die Eidgenössische Technische Hochschule am Donnerstag mitteilte.

Ein Molekül ist eine Verbindung von zwei oder mehr Atomen. Wird ein Molekül bei Temperaturen knapp über dem absoluten Nullpunkt mit Laserlicht einer genau "passenden" Wellenlänge bestrahlt, so leuchtet es. Die Wellenlänge ändert sich, wenn sich das Molekül in einem elektrischen Feld befindet. Auf diesem Mechanismus basiert das vor zwei Jahren im Wissenschaftsmagazin "Nature" vorgestellte Mikroskop, das die relative Lage von zwei oder mehr Molekülen mit der Genauigkeit von etwa einem Nanometer (einem Millionstel Millimeter) bestimmen kann.

Austausch

Ein Forschungsteam der ETH Zürich hat nun mit dem Mikroskop zwei Moleküle entdeckt, die sehr nahe beieinander waren. Solche Moleküle tauschen Lichtquanten aus, das heißt, sie "sprechen" miteinander. Die Moleküle verlieren dadurch ihre Individualität und werden ununterscheidbar.

Dieses Phänomen konnte in den Experimenten, über die das Wissenschaftsmagazin "Science Express" am Donnerstag berichtet, erstmals beobachtet werden. Die ETH-Wissenschafter wollen nun auf diese Weise auch biologische Systeme untersuchen. Sie sind derzeit daran, geeignete Farbstoffe zu entwickeln. (APA/AP)

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